Eva Glawischnig von

Wie schmeckt die Macht?

Eva Glawischnig im NEWS-Interview über Kärnten und den Glauben an Rot-Grün

Eva Glawischnig - Wie schmeckt die Macht? © Bild: APA/Hochmuth

Das ist der Stoff, aus dem Oppositionsträume sind: eine brav verwaltende, aber weiter nicht auffällige Regierung; die ÖVP, die sich von einem Skandalpolitiker nach dem anderen distanzieren muss; die FPÖ, die unter dem Kärntner Korruptionsschock steht. Das müsste die Stunde der Grünen sein. Sie sind nicht von Skandalen angepatzt und tun sich als Aufdecker und Kontrollore hervor. Doch oft hört man über die Grünen: Die sind langweilig.

In Umfragen sind sie im Aufwind. Ob das reicht, sich den lang gehegten Traum vom Mitregieren zu erfüllen? Der hängt ja nicht nur von der eigenen Stärke ab, sondern auch davon, dass es mit einem Zweiten überhaupt für eine Mehrheit reicht. Grünen-Chefin Eva Glawischnig meint: Rot-Grün kann sich ausgehen.

NEWS: Sie sind in Kärnten aufgewachsen. Können Sie erklären, wie es passieren konnte, dass Kärnten als Sumpf der Korruption gilt?
Eva Glawischnig: Dieses wunderschöne Land mit talentierten Leuten steckt in den Fängen einer politischen Raubritterklasse. Das politische System ist durch die Gesetze, die Jörg Haider eingeführt hat, so verfilzt, dass es jetzt einen totalen Neustart braucht. Denn dass ein Landeshauptmann und dass Landesräte nur durch Zweidrittelmehrheit abzuwählen sind, dass man durch den Auszug von Abgeordneten verhindern kann, dass eine Mehrheit Neuwahlen beschließt: Das ist in Österreich einzigartig.

NEWS: Aber Neuwahlen verhindern neue Korruption nicht.
Glawischnig: Es muss der Proporz abgeschafft werden, es müssen Kontrollrechte ausgebaut werden. Dieser politische Sumpf reicht ja bis in die Wirtschaft: Wer dort nicht mitspielt, hat keine Chance. Das geht den Unternehmern und Selbständigen unglaublich auf die Nerven. In Kärnten kriegt man jetzt zu hören: Sperrt sie endlich alle ein. Da ist sehr viel Wut. Zu Recht.

NEWS: Sie sind auf Ihrer Sommertour hier in der Schokoladen- Manufaktur Zotter in der Steiermark. Wie schmeckt denn die Macht? Süß, wie in Oberösterreich, wo Schwarz- Grün regiert? Süß-sauer wie in Wien, wo Rot-Grün wegen des Parkpickerls gerade unter Beschuss ist? Oder bitter wie in Graz, wo der schwarze Bürgermeister die Grünen aus der Regierung geworfen hat?
Glawischnig: Ich finde, man sollte die Macht vor allem mit viel Demut und Respekt genießen. Rudi Anschober erfährt für seine Regierungsarbeit in Oberösterreich große Anerkennung. Um Graz ist es schade, weil da 80 Prozent des Regierungsübereinkommens abgearbeitet waren, aber das war für Bürgermeister Nagl offenbar zu erfolgreich.

NEWS: Und in Wien wächst der Unmut gegen die grünen Verkehrspläne.
Glawischnig: Das wundert mich nicht. Überall, wo es um drei Parkplätze geht, ist es ein Problem. Aber: Alle wollen weniger Abgase, weniger Lärm, sind wegen Pollen, Dreck und Feinstaub besorgt. Ich bekomme so viele Anrufe von besorgten Eltern, deren Kinder Asthmaanfälle haben. Wer einmal die Angst erlebt hat, dass sein Kind an Asthma ersticken könnte, weiß, wie ernst das ist. Aber natürlich muss man die Details des Parkpickerls in Wien vernünftig kommunzieren und klarmachen, welche Vorteile es bringt.

NEWS: Mit Ihrer Zustimmung zum ESM haben Sie Regierungsfähigkeit signalisiert. Das ist ein Grenzgang zwischen Oppositionsarbeit und dem Wunsch, mitregieren zu dürfen.
Glawischnig: Sicher, das ist es immer. Einerseits kontrollieren und decken wir Missstände auf. Andererseits haben wir abgewogen: Besser, man hat den Rettungsschirm, und wir haben den Schritt zur Finanztransaktionssteuer erzwungen. Bei den Banken bin ich dafür, sich jeden Fall genau anzuschauen und Banken auch krachen zu lassen. Die Bad Bank der Kommunalkredit hätte ich in die Pleite geschickt. Ebenso die Hypo. Da gab es eh die Einlagensicherung, und sie ist nicht systemrelevant. Dank unserer Verhandlungen muss beim ESM jetzt jede Entscheidung durch das Parlament.

NEWS: Sie haben Lust an der Macht. Sie wollen mitregieren?
Glawischnig: Ja, natürlich.

NEWS: Aber ein Partner, der die dann fehlenden 35 Prozent mitbringt, ist nicht in Sicht.
Glawischnig: Da bin ich optimistisch. Ich glaube, dass das BZÖ nicht mehr im Parlament sein wird, und glaube kaum, dass neue Parteien den Einzug schaffen. Dann ist Rot-Grün eine realistische Option. Auch in der ÖVP gibt es grundvernünftige Politiker wie Minister Mitterlehner, aber da haben wir inhaltlich größere Baustellen. Rechnerisch ist Schwarz-Grün unwahrscheinlich. Rot-Grün kann sich ausgehen. Aber abwarten, was das Wahlergebnis bringt.

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Kommentare

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Grüne und Technik Jede Form der Energiegewinnung hat seine Schattenseiten, die Frage muß daher immer sein wie langfristig und umfassend sich solche Schäden auswirken. Wenn eine Solar- oder PV Anlage auf dem Dach von Hagel zerstört wird ist das ein hoher finanzieller Schaden, wenn aber der Regenwald abgeholzt wird um Pflanzen für Bio-Sprit Erzeugung anzubauen oder die Arktis mit den Ölbohrungen verseucht wird und damit auch die Trinkwasserreserven dieser Welt und wenn Grundwasserseen durch Fracking (Gewinnungsverfahren von Schiefergas) ungeniesbar werden, dann fragt sich ob so ein Schaden je in Geld ausgedrückt werden kann. Abgesehen von der Auswirkung auf unser Leben. Die nächsten Kriege werden ums Trinkwasser geführt werden - vergeßt das nicht.

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Re: Grüne und Technik Und genau da sollten die Grünen ansetzen um dieses Bewußtsein in die Köpfe der Menschen zu bringen. Alle politischen Strategien für ein Land müssen auf deren Nachhaltigkeit ausgerichtet sein. Ein Denken in Wahlperioden hat da nichts verloren und dient nur dem Halten des Futterplatzes am Trog des Steuerzahlers.

Na wo sind denn die fahräder auf dem foto-komische geschichte. na macht nix der hc wirds dann schon richten so wie viele wähler die dann blau wählen werden.denn der autofahrer vergisst nicht was das vasiklo mit uns in wien gemacht hat.

higgs70
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Naja,unbestreitbar ist, dass die Grünen bis jetzt keinen hervorgebracht haben,der sich rücksichtslos das eigene Tascherl füllt. Das Problem ist mehr,dass die sich seit geraumer Zeit auf Nebenschauplätzen verzetteln und es daher gut wäre,wieder klare Positionen in den Kernthemen herauszuarbeiten.

Und Frau Glawischnig sollte immer im Hinterkopf behalten,dass eine Koalition Kompromiss bedeutet und der Wähler vornehmlich Negatives dem jeweils kleineren Partner zuordnet. Aber vor allem sollten gerade bei den Grünen an erster, zweiter und dritter Stelle Umweltfragen stehen, denn da gehts um unser Überleben. Also back to the roots, und zwar pronto!

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Re: Naja,unbestreitbar ist, Sie haben vollkommen recht! Die Grünen haben noch keinen Skandal. Wenn es in Kärnten Neuwahlen geben sollte und der brave Arbeiter Holub ist Spitzenkandidat, dann werde ich als Wechselwähler diesmal GRÜN wählen. Damit habe ich mich so früh wie nie zuvor für eine Partei entschieden!

higgs70
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Re: Naja,unbestreitbar ist, ja, Kärnten ist sowieso ein Sonderfall. Und die Grünen haben sicher einen Haufen Fehler und vieles was verbesserungswürdig wäre, aber mit denen ist GottseiDank schlecht mauscheln,deshalb braucht sie gerade Kärnten so notwendig wie einen Bissen Brot. Und sie waren die einzigen,die Jörg Haider nie den Steigbügel gehalten haben- und das ist in diesem Sumpf eine Leistung.

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Wenn die Grünen doch grün wären Ich schreibe gerade mein Buch
"Calculation ERROR - der Niedergang von USA+EU durch verehrung eines destruktiven Kults.".
http://calculation-error.org

Natürlich denke ma da an den Vorverkauf, natürlich sollten so rein theoretisch die Grünen das erste Ziel sein.

http://calculation-error.org

Mein bester Kontakt, Ex-Abgeordneter Andreas Wabl. Ich nenne ihm einen ECHTEN Grünen, er hat sich in seiner Zeit als Abgeordneter dafür eingesetzt, daß innovative Photovoltaikfabriken in Österreich angesiedelt werden.

Doch kein Erfolg, die anderen Grünen meinten "Was hat dieses Buch mit grüner Politik zu tun?". Wer das nicht versteht ist für mich kein Grüner, sondern irgend etwas völlig anderes, etwas unbegreiflich fremdes mit giftgrünen Tarnanstrich.

higgs70
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Schon richtig,es ist sicher einiges nicht so wie es ideal wäre, und gerade als.. ...Grüner sollte man für kompromisslosen Umweltschutz eintreten,denn es gibt Dinge die man nunmal nach Zerstörung nicht mehr in Ordnung bringen kann. Aber ich bin überzeugt,dass man damit wohl nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung erreichen würde, denn wenns ums eigene Wohlleben geht, läßt die Fernsicht aus und der Kopf ist im Sand.

Und ich habe ein gewisses Verständnis dafür,dass die halt pragmatischer sind als mancher es sich wünscht,denn die mir vorschwebende Methode,einem Mitbürger dreißig Fachbücher über Artensterben usw. auf den Tisch zu knallen mit der Aufforderung zu lesen,zu denken und erst dann zu entscheiden,würde sich wahlwerbetechnisch wohl nicht als das Gelbe vom Ei erweisen.Aber ein wenig schärfer dürfte es schon sein, da haben Sie recht, denn die Bude brennt bereits.

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Großes Mißverständnis Die gesamte Menschehit kann einen hohen Lebensstandard haben, dies ist selbstverständlich nicht mir fossiler Energie möglich. Dies ist die Kernaussage meiner Arbeits seit 1991.

Dafür habe ich alle meine Auszeichnungen bekommen. Aber das ist den Grünen nicht zu vermitteln.

Im Grunde genommen sins fossile Industrie und Umweltschutzfuzzis verbündete.
Der fossile Industriele "Ohne fossiler Energie stürtzen wir in die Steinzeit zurück"
Umweltfuzzi: "Sparen, sich einschränken, verzichten, sich kasteien, freiwilig zurück in die Steinzeit"

Ich schrieb aber bereits 1992 "Es gibt kein Problem wenn 10 Milliarden Menschen mit 5 Milliarden Elektroautos fahren, wenn der Strom von Sonne und Wind kommt"

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Re: Wenn die Grünen doch grün wären Ein einfacher Bürger, der kein Buch schreibt und auch kein "G´studierter" ist hat da eine ganz einfache Frage an Sie "Umweltfreak". Was sagen Sie zum Flugverkehr (es wird ja immer nur vom Haus- Industriebrand und vom Individualverkehr gesprochen), der seinen "Dreck" direkt in die Atmosphäre spuckt? Es gehen Tag für Tag tausende Flüge in Europa ab. Und vor allem bitte ich um einen Lösungsansatz. Wenn Sie nämlich sagen, das mit dem Flugverkehr muss auch gelöst werden dann sagen Sie bitte wie oder wollen Sie wieder mit dem Schiff (das übrigens auch enormen Dreck durch seine Dieselmotoren in das Meer abläßt)wochenlang nach Amerika oder Australien "gondeln" oder wie wollen Sie dieses Problm lösen und kommen Sie mir bitte nicht mit Filtern für Düsenmotoren.Wenn das so leicht ginge, dann hätte man schon welche!

higgs70
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Re: Wenn die Grünen doch grün wären Es wird eben oft kritisiert, dass Fotovoltaik oder Windenergie noch zu ineffizient seien und ohne Förderung nicht rentabel. Mir ist schon klar, das dies eher Propaganda ist, die von der Öl-und Atomlobby verbreitet wird, dennoch gibt\'s halt wirklich noch Probleme mit der Speicherung dieser Energieformen.Ich weiß schon, dass man mit Lithium-Ionen-Speicher-Batterien das Lösen könnte, aber die sind zur Zeit wirklich noch schwer leistbar. Und das Leben besteht halt mal nun nicht nur aus Autofahren, man benötigt ja auch für anderes Strom, auch dann wenn nicht die Sonne scheint. Das Problem liegt in der Speicherung, oder irre ich da?

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Antwort zum Flugverkeht Photovoltaikpreise werden weiter extrem fallen. In einigen Jahren wird Photovoltaik in direkter Konkurrenz zu Ölbohrungen in der Arktis und Ölgewinnung aus Ölschiefer stehen. Man kann aus dem CO2 in der Luft und Wasser und genügend Strom jeden beliebigen Kohlewasserstoff herstellen, so auch maßgeschneiderten Treibstoff für Flugzeuge.

Ein Liter Treibstoff für Flugzeuge wird 20 kWh Strom kosten. Aber in sonnige Wüsten wird dann eben Solarstrom so billig sein, daß aufwendige neue Ölerschließungen unrentabel werden.

20 kWh Strom für 1 Liter Treibstoff, weil es beim Flugzeug keine Alternative gibt. Aber 5 Liter Diesel wären 100 kWh, da ist das Elektroauto mit 15 kWh wesentlich günstiger.

Zur Schifffahrt: Wenn der Transport von Erdöl und Kohle entfällt ist dies eine wesentliche Reduktion.

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Antwort zur Stromversorgung Die Preise werden durch das Steuersystem bestimmt. Wir haben ein Steuersystem welches Menschen extrem hoch und fossile Energie extrem niedrig besteuert. Mit einem Umbau des Steuersystems kann dies alles umgedreht werden, damit wir getrieben von der Sparsamkeit auf erneuerbare Energie umsteigen.

Hierzu meine Key Note beim WEIS - World Emerging Industries Summit 2010 in Changchun
http://politik.pege.org/2010-china/key-note.htm

Speichertechnik wird in den nächsten Jahren enorm billig. Zusammen mit billigeren Photovoltaikpreisen wird der Hausbesitzer Strom billiger herstellen und für den Tag/Nacht Ausgleich lagern können, als der Haushaltstarif.

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Re: Wenn die Grünen doch grün wären Ach ja ich vergaß nocht etwas! Kürzlich war ich auf einer Häuselbauermesse in Klagenfurt und habe mich für die Solarenergie am Hausdach interessiert. Da frug ich den Aussteller, wie das denn jetzt mit den derzeitigen. immer heftigeren Unwettern sei, wo immer öfters und mehr Hagelkörner groß wie Tennisbälle vom Himmel donnern würden. Wie hält denn das so eine Solarzelle au?. Da war vorerst einmal "Schweigen im Walde!" Als ich nicht aufhörte nachzufragen, sagte er mir, dass die Solarfelder diesen Hagel natürlich nicht überstehen würden und dass die "Hausversicherung" ohnehin jeden Schaden zahlen müsse. Als ich ihm sagte, dass die "Hausversicherung" ich, du, er, sie, es seien, da war dann endgültig Schweigen im Walde. Also - auch die viel gepriesene Solarenergie oder auch Photovoltaik hat ihre Schwachstellen!

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