Eurovision Song Contest von

Trackshittaz in Amsterdam

Österreichs Vertreter treffen in den Niederlanden erstmals auf ihre Konkurrenz

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    Trackshittaz treten in Amsterdam auf

"Woki mit deim Popo" hieß es am gestrigen Samstag in Amsterdam: Beim mittlerweile vierten "Eurovision in Concert" gab es nicht nur einen Vorgeschmack auf den diesjährigen Song Contest am 26. Mai in Baku, sondern durften auch die heimischen Vertreter Trackshittaz erstmals "international die Füße kreisen lassen", wie es Lukas Plöchl nach dem Auftritt bezeichnete. Und sich nach erfolgreicher Performance selbstbewusst zeigte: "Wir wissen, was zu tun ist. In Baku ist dann wirklich Action angesagt."

Ereignisreich und turbulent gestaltete sich auch die Zeit bis zum Konzert in der gut 1.500 Leute fassenden Halle des Melkweg: Bereits am Vormittag stellten sich die 23 angereisten Song Contest-Teilnehmer - von Sinplus (Schweiz) über Anggun (Frankreich) bis zu Filipa Sousa (Portugal) - den Journalisten und Fans. In fünf Konferenzräumen eines Hotels tummelten sich Autogrammjäger, gab es am Tisch der Österreicher Mozartkugeln als Geschenke und wurde immer wieder ein Lied angestimmt. Auch bei "Eurovision in Concert" nicht anwesende Vertreter (insgesamt sind in Baku 42 Länder mit dabei) konnte man entdecken, hatten doch zwei Song Contest-Fans aus Großbritannien Pappköpfe von Engelbert Humperdinck mitgebracht und lichteten diese gemeinsam mit den Anwesenden ab.

Wäre es nach ihnen gegangen, wäre Conchita Wurst für Österreich ins Rennen gegangen. "Ihr Song war einfach großartig", erklärten die beiden Fans, die einen Schlager-Blog betreiben. "Aber Österreich wird heuer besser abschneiden", verwiesen sie auf Nadine Beilers 18. Platz vom vergangenen Jahr in Düsseldorf. Ähnlich sieht es William Lee Adams, der sich als Wiwi Bloggs ebenfalls dem Song Contest verschrieben hat - und nun darüber schreibt. "Ich war überrascht, wie artikuliert Lukas ist", so der gebürtige Amerikaner zur APA. "Außerdem gefällt mir der Song ganz gut. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sie es ins Finale schaffen."

Ungarn: "Die sind lustig"
Wenige Schritte weiter halten Compact Disco für Ungarn die Song Contest-Fahne hoch: Die vierköpfige Band, die mit der Synthie-Pop-Nummer "Sound Of Our Hearts" mit Österreich im ersten Halbfinale am 22. Mai antritt, zeigte sich sehr aufgeregt angesichts des Amsterdam-Konzerts. "Es gibt viele Songs, die uns sehr gut gefallen. Und die Konkurrenz ist immer heftig", meinte Leadsänger Csaba Walko. Und zu den Trackshittaz: "Die sind lustig. Ich spreche zwar nicht deutsch, aber es gibt da ein Wort, dass ich auf jeden Fall verstehe", lachte der Musiker.

Die jüngste Teilnehmerin im Feld ist heuer die 16-jährige Eva Boto aus Slowenien, die mit "Verjamem" im zweiten Halbfinale am 24. Mai um den Einzug in die große Abschlussshow kämpft. Das Alter könnte vielleicht ein Plus bei der Jury sein, wie sie erklärte. "Und hoffentlich meine Stimme." Das musikalische Qualität aber nicht alles ist, betonte Ewan Spence von "ESCInsight". Als langjähriger Beobachter des Contests ist er sich sicher: "Es gibt keinen typischen Eurovision Song. Man muss ein Publikum von 100 Millionen Menschen ansprechen. Dafür gibt es keine magische Formel."

"Ihre Performance hat Energie und unterhält"
Für Spence, der in Kilt und mit Handpuppe ausgestattet von Interviewpartner zu Interviewpartner huschte, repräsentieren Lukas Plöchl und Manuel Hoffelner "das, was ich am Song Contest liebe: Ihre Performance hat Energie und unterhält. Wenn man das Lied hört, kann man einfach nicht anders, als drei Minuten lang zu lächeln." Aber auch er ist bezüglich einer Prognose zurückhaltend. "Es wird sehr schwer für sie werden. Ich traue ihnen das Finale zu, aber genau so gut könnte es nicht klappen. Doch jeder Song hat eine Chance."

Währenddessen redeten sich die beiden Trackshittaz die Münder für die internationale Presse fusselig, auch wenn ihr Englisch "not the yellow of the egg" sei, wie sie meinen. "But it goes." Understatement ist ihre Sache nicht, dafür läuft der Schmäh und die zumindest in Österreich etwas kontroversiell aufgenommene Nummer kommt in Amsterdam gut an, wie sich auch am Abend zeigte. Als vierter Act galt es die Fans in der prall gefüllten Halle zu animieren, was kein allzu schwieriges Unterfangen wurde. Dafür gab es ein herzhaftes "Uh, Uh" als Dankeschön bei jedem Refrain. "Es war ziemlich geil. Auch wenn der Männeranteil höher war als bei unseren normalen Konzerten", fasste Manuel danach zusammen. Und auch sein Bandkollege fand nur positive Worte: "Die Stimmung hier ist einfach generell sehr offen."

"Die beste und größte Musikshow der Welt."
Man könnte meinen, es geht beim Song Contest (und davor) nur ums Dabeisein - auch wenn man mit Can Bonomo spricht. Der sympathische junge Mann, der mit "Love Me Back" die Türkei vertritt, war gestern nie ohne seine Ukulele anzutreffen, und fühlte sich "jetzt schon wie ein Gewinner". Als solche kann man auch Jedward bezeichnen, scheinen die beiden quirligen Iren, die bereits im vergangenen Jahr ihr Land vertraten, jede Situation zur Selbstinszenierung zu nutzen. Da wird dann schnell alles "pretty exciting", während sich John und Edward beim Sprechen gegenseitig überholen wollen, wie Hüpfbälle durch das Menschengedränge springen und sich als "nicht verrückt genug" bezeichnen. Schließlich geht es ja auch um den Song Contest: "Der ist größer als die Grammys. Es ist einfach die beste und größte Musikshow der Welt."