Europa-League-Qualifikation von

Ein guter Tag für Ried

Heimsieg über Legia Warschau lässt die Innviertler vom Aufstieg träumen

Europa-League-Qualifikation - Ein guter Tag für Ried © Bild: GEPA/Mandl

Das Europa-League-Play-off ist für die SV Ried absolut in Reichweite. Die Innviertler schufen sich mit einem 2:1-Heimsieg gegen Legia Warschau eine gute Ausgangsposition für das Drittrunden-Qualifikations-Rückspiel am Donnerstag in Polen. "Wenn wir daheim so dominant sind, dann darf man sich auch auswärts etwas ausrechnen", war Ried-Manager Stefan Reiter durchaus optimistisch. Das bittere Auswärtstor der Gäste in der 85. Minute könnte den Riedern am Ende aber den Aufstieg kosten.

Vieles hatte im Spiel nach Toren von Rene Gartler (52.) und Anel Hadzic (62./Handselfmeter) auf genau jenen 2:0-Sieg hingedeutet, den die Rieder auch im Hinspiel der 3. Quali-Runde in der vergangenen Saison ebenfalls als Außenseiter gegen Bröndby Kopenhagen gefeiert hatten. Aufgrund des Kopfballtreffers von Danijel Ljuboja nach einem Freistoß der Polen reicht Legia nun im Heimspiel aufgrund der Auswärtstorregel aber bereits ein 1:0 zum Weiterkommen.

Fuchsbichler zufrieden
Die Rieder wollten allerdings nicht aufgrund des kassierten Gegentreffers Trübsal blasen, es überwog die Freude über den Heimsieg. "Wenn mir vor dem Spiel jemand gesagt hätte, dass wir 2:1 gewinnen, hätte ich das unterschrieben", betonte Ried-Trainer Heinz Fuchsbichler. Seine Truppe habe sehr mutig agiert. "Das war einer von zwei sehr guten Tagen, die wir brauchen, um aufzusteigen", fügte der Steirer hinzu.

Die Rieder hatten aufgrund des großen Respekts vor Legia diesmal auf ein defensiveres 4-2-3-1-System gesetzt und dabei fast alles richtig gemacht. Die über weite Strecken sehr enttäuschenden Polen konnten sich mit Ausnahme der Schlussphase überhaupt nicht in Szene setzen, vor allem auch da die Abseitsfalle der Rieder gut klappte. "Taktik oder Systemänderung hin oder her, was zählt ist vor allem die läuferische Leistung, die bei uns gestimmt hat", lobte Fuchsbichler die Vorstellung seiner Mannschaft.

Am Ende die Luft ausgegangen
Erst in der Schlussphase brachen die Rieder trotz Überzahl ein und hatten nach dem 1:2 auch noch bei einem Lattenkopfball von Saganowski (91.) Glück. "Die Polen sind mit zehn Mann und den Wechseln nicht schlechter geworden. Wir haben dem hohen Tempo am Ende Tribut zollen müssen, da haben die Kräfte nachgelassen", resümierte Fuchsbichler. Im Hinblick auf das Rückspiel gegen eine heimstarke Legia-Mannschaft sei nicht viel passiert. "Jetzt müssen wir unbedingt auch ein Auswärtstor schießen, dann glaube ich an unser Weiterkommen", sagte Fuchsbichler.

Gartler untermauerte mit seinem fünften Tor im vierten Pflichtspiel seine Nummer-Eins-Position im Rieder Angriff. Dass der Ex-Rapidler überhaupt zum Einsatz kam war eine Überraschung, hatte Fuchsbichler doch am Mittwochabend noch angekündigt seinen Topstürmer aufgrund fehlender Fitness auf keinen Fall von Anfang an zu bringen. "Er ist nach dem Vormittagstraining zu mir gekommen und hat gesagt, dass er voll fit ist. Aus diesem Grund hat er von Beginn an angespielt", klärte Rieds Trainer auf.

Reiter als Regisseur
In einer im Rieder Dress neuen Rolle durfte sich Mario Reiter versuchen. Der Ex-Wiener-Neustädter, der in den bisherigen Saisonpartien rechts in der Abwehr verteidigt hatte, bekam im zentralen offensiven Mittelfeld die Chance und bot eine gute Leistung. Die Hoffnung des 25-Jährigen ist nun groß, weiter auf seiner Lieblingsposition spielen zu dürfen. Viel wichtiger ist aber der Erfolg der Mannschaft. "Wir haben uns eine gute Ausgangsposition geschaffen, mit dieser Einsatzbereitschaft können wir auch in Warschau bestehen", blickte Reiter dem Rückspiel optimistisch entgegen.

Zuvor gelte es allerdings noch in der Bundesliga die Scharte nach der 0:2-Heimniederlage gegen den WAC im Heimduell mit Wacker Innsbruck am Sonntag auszumerzen. "Jetzt gilt es die Kräfte für Sonntag zu bündeln, denn die Liga ist genauso wichtig", sagte Reiter.

Legia-Trainer fordert mehr
Der achtfache polnische Meister muss sich jedenfalls steigern, um das Ausscheiden in der knapp mehr als 30.000 Zuschauer fassenden Pepsi-Arena abzuwenden. Dessen ist sich auch Jan Urban bewusst. "Ich bin mit dem Ergebnis nicht zufrieden, wir hatten nur kurze Phasen, wo wir unser Leistungspotenzial abgerufen haben", ärgerte sich der Legia-Trainer. Der Sieg der Heimischen sei daher, trotz der positiven Eindrücke seiner Mannschaft in der Schlussphase, auch völlig verdient gewesen.

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