Europa-League-Qualifikation von

Admira im Glück

Höchster EC-Sieg der Clubgeschichte lädt zum Träumen ein - doch Kühbauer bleibt Realist

Europa-League-Qualifikation - Admira im Glück © Bild: APA/Neubauer

Das Heim-Comeback von Admira Wacker im Fußball-Europacup hätte nicht besser verlaufen können. Die Niederösterreicher zogen am Donnerstag mit einem 5:1-Kantersieg über Schalgiris Vilnius in die dritte Runde der Europa-League-Qualifikation ein und zeigten dabei eine Leistung, die selbst das ansonsten eher zurückhaltende Publikum in der Südstadt zu Begeisterungsstürmen hinriss.

Das erste Heimspiel in einem internationalen Bewerb seit 18 Jahren bescherte der Admira den höchsten Europacup-Sieg der Clubgeschichte. Dennoch war Trainer Dietmar Kühbauer bemüht, keine überbordende Euphorie aufkommen zu lassen. "Ich weiß genau, wo wir stehen - das habe ich nach dem 0:2 am Sonntag gegen Ried gewusst, und das weiß ich auch nach dem 5:1 gegen Schalgiris. Wir müssen am Boden bleiben", forderte der Burgenländer.

"Spielverlauf war fantastisch für uns"
Kühbauer sprach zwar von einer großartigen Leistung, wies aber auch darauf hin, dass mehrere Faktoren zum Erfolg beitrugen. "Der Spielverlauf war fantastisch für uns", gab der 41-Jährige zu. Bereits nach einer Viertelstunde lagen die Admiraner mit 2:0 in Führung und fanden danach jene Räume vor, die sie für ihre große Stärke - das schnelle Spiel nach vorne - benötigten.

Etwas im Magen lag Kühbauer der Anschlusstreffer von Schalgiris. "Es ist ärgerlich, dass wir immer wieder aus Standard-Situationen Tore bekommen, daran müssen wir noch mehr arbeiten. Aber wir haben auch Moral gezeigt, weil wir gleich das 3:1 nachgelegt haben."

Luxusproblem im Sturm
Schütze des dritten Tores war Issiaka Ouedraogo, der zum Liga-Auftakt noch auf der Ersatzbank hatte schmoren müssen. "Da hat er nicht gespielt, weil er im Training zu viele Chancen vergeben hat. Aber gegen Schalgiris hat er seine Chance eindrucksvoll genützt", meinte Kühbauer und betonte gleichzeitig, er habe "vier sehr starke Stürmer" zur Verfügung.

Auch für die Position links in der Viererkette hat der Coach spätestens seit dem abgebrühten Auftritt des 19-jährigen Thomas Weber gegen Schalgiris eine zusätzliche Option. "Er ist kalt wie ein Fisch und pfeift sich nichts", sagte Kühbauer über den Teenager.

Jetzt wartet Sparta Prag
Von dieser großen Auswahl könnte der Admira-Betreuer in den kommenden Wochen profitieren, schließlich stehen durch den Europa-League-Aufstieg weitere englische Wochen an. "Was die Doppelbelastung bewirkt, wird man erst in einiger Zeit sehen, jetzt stehen wir ja noch am Saisonanfang. Aber es ist für jeden Spieler eine besondere Freude, international zu spielen", erklärte Kühbauer.

Für seine Mannschaft geht das Europacup-Abenteuer am kommenden Donnerstag mit dem Heimspiel gegen Sparta Prag weiter, eine Woche später steigt die Retourpartie in Prag. In die tschechische Meisterschaft startet der Vizemeister der Vorsaison am Samstag mit dem Auswärtsmatch gegen Dukla Prag, Co-Trainer Manfred Nastl wird auf der Tribüne Platz nehmen. Schon vor den Erkenntnissen seines Assistenten ist Kühbauer überzeugt: "Wir sind gegen Sparta Prag krasser Außenseiter."

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