Die Admira ist mit viel Zuversicht von der ersten internationalen Dienstreise seit 18 Jahren zurückgekehrt. Nach dem 1:1 im Hinspiel bei Schalgiris Vilnius sehen die Südstädter dem Rückspiel am kommenden Donnerstag durchwegs optimistisch entgegen. Und auch die SV Ried ist nach dem Unentschieden in Soligorsk zufrieden aus Weißrussland heimgekehrt. "Wir müssen nun zu Hause eine starke Leistung bringen und wollen mit unseren Fans im Rücken den Aufstieg schaffen", sagte Trainer Heinz Fuchsbichler mit Blick auf das Rückspiel am Donnerstag in Ried.
Der Steirer sprach von einem verdienten Resultat. "Die Mannschaft hat Großartiges geleistet, wir hätten auch gewinnen können. Aber mit dem 1:1 können wir gut leben, vor allem, wenn man in Rückstand gerät."
Die Entstehung des Gegentreffers hatte bei den Riedern für großen Ärger gesorgt. Nach einer Attacke an Jan-Marc Riegler forderten die Oberösterreicher vergeblich einen Strafstoß, und obwohl Riegler angeschlagen liegenblieb, startete Soligorsk einen Gegenangriff, der zum Tor führte. "Das war ein klarer Elfmeter für uns, und stattdessen haben wir ein Kontertor bekommen", schimpfte Fuchsbichler.
"Chancen weiterhin 50:50"
Spätestens nach dem Ausgleich durch einen Elfmeter von Anel Hadzic war der Unmut jedoch weitgehend verflogen. "Es ist natürlich ein super Gefühl, wenn man das wichtige Tor zum Ausgleich schießt. Dieses Tor war für die Mannschaft, den Verein und die Fans zu Hause", sagte der Mittelfeldspieler. Fuchsbichler beziffert die Chancen zum Aufstieg "weiterhin mit 50:50". Sollte die Retourpartie erfolgreich absolviert werden, würde in der dritten Runde der Aufsteiger aus Liepajas Metalurgs - Legia Warschau warten. Das Hinspiel in Lettland endete 2:2. Im ersten Match am 2. August hätten die Innviertler voraussichtlich Heimrecht, eine Woche später würde das Auswärtsspiel über die Bühne gehen.
Allzu sehr wollte sich Fuchsbichler mit den potenziellen Rivalen derzeit nicht befassen. "Das ist für mich jetzt noch nicht wirklich interessant, weil wir zuerst einmal die Hürde Soligorsk nehmen müssen, und das ist noch eine sehr schwierige Aufgabe. Trotzdem werden wir natürlich jetzt schon überlegen müssen, wo wir sie beobachten werden", erklärte der Trainer, der eher von einem Aufstieg der Polen ausgeht. "Legia Warschau ist im Fußball natürlich ein Begriff, das wäre ein Hammerlos. Sie sind körperlich sicher gleich robust wie Soligorsk, nur technisch um einiges stärker."
Auf die Admira wartet Sparta Prag
Ein anderer großer Name wartet auf die Admira, sollte der Aufstieg gelingen. Bei der Auslosung der dritten Qualifikationsrunde am Freitag in Nyon bekamen die Niederösterreicher den tschechischen Spitzenclub Sparta Prag zugelost. Der Verein aus der Hauptstadt hat seit der Loslösung der Slowakei die nationale Meisterschaft dominiert und seit 1994 elf Meistertitel geholt, zuletzt 2010. Sparta ist insgesamt 32-facher Meister. In der abgelaufenen Saison belegte Sparta mit zwei Punkten Rückstand auf Meister Slovan Liberec Rang zwei.
Zuversicht in der Südstadt
"Wir sind alle zuversichtlich, dass wir aufsteigen", brachte Torhüter Patrick Tischler die Stimmung im Lager der Admiraner auf den Punkt. Denn nicht nur das Ergebnis, auch die Leistung auf dem ungewohnten Kunstrasen stimmte optimistisch. Admira dominierte die erste Hälfte und ging durch Philipp Hosiner (12.) auch in Führung, fiel nach der Pause aber ein bisschen zurück und kassierte durch Radavicius (72.) den letztlich verdienten Ausgleich.
"Ich bin mit der ersten Hälfte sehr zufrieden, da hätten wir auch das 2:0 machen können. Wir wollten so weiterspielen, haben aber in der zweiten Hälfte zu viele Zweikämpfe verloren. Und wenn man die Litauer spielen lässt, können auch die gefährlich werden. Aber ich bin mit dem Ergebnis und der Ausgangsposition zufrieden", erklärte Trainer Dietmar Kühbauer.
