Neben der finanziellen Probleme sorgt sich die EU-Kommission auch um den gesundheitlichen Zustand der griechischen Spitzenpolitik. Ministerpräsident Antonis Samaras ist nämlich nach einer Augenoperation vorerst außer Gefecht, Finanzminister Vassilis Rapanos ist nach einem Schwächenfall in einem Spital. Ein Sprecher der Brüsseler Behörde erklärte gleichzeitig zur Situation Griechenlands, es sei "kein Geheimnis, dass es Verzögerungen bei der Umsetzung des Sparprogramms in mehreren Bereichen" gebe.
Ministerpräsident Samaras wird wohl auch beim EU-Gipfel Donnerstag und Freitag dieser Woche in Brüssel nicht vertreten sein. Dies wurde wiederum seitens der Kommission weder bestätigt noch dementiert, es sei aber auch Angelegenheit von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, diese Dinge zu managen. Auch mit dem designierten Finanzminister Rapanos sollte man wohl kaum rechnen.
Ein Kommissionssprecher erklärte dazu, "unsere erste Sorge gilt der Gesundheit des Premiers und des Finanzministers". Die Erholung scheine aber voranzuschreiten. Bestätigt wurde von der Kommission, dass die Troika ihre für den (heutigen) Montag geplante Reise nach Athen verschoben habe. Dabei gehe es darum, die Differenzen zwischen den zeitlichen Auflagen des Sparprogramms für Athen sowie der Umsetzung der einzelnen Schritte zu evaluieren. "Wir müssen sehen, wie Griechenland wieder auf den Kurs zurückkommt, um die Auflagen zu erfüllen."
Verstoß gegen Sparauflagen?
Nicht bestätigen wollte der Kommissionssprecher Berichte, wonach Griechenland gegen die internationalen Sparauflagen verstoßen habe, indem 70.000 mehr Beamte als erlaubt eingestellt worden seien. Es habe nur eine griechische Zeitung darüber berichtet, es existiere dazu eine Serie von Hypothesen, hieß es.