Euro-Krise von

Europa suizidgefährdet?

Nobelpreisträger Stiglitz glaubt, dass "Europa sich auf einen Selbstmord hinbewegt"

Euro-Krise - Europa suizidgefährdet? © Bild: APA/Hochmuth

Düstere Aussichten eines Wirtschaft-Nobelpreisträgers: Joseph E. Stiglitz glaubt, dass "Europa sich auf seinen Selbstmord hinbewegt". In einer Diskussionsveranstaltung in Wien prophezeite der Wirtschaftsprofessor gravierende Probleme, sollten die europäischen Länder auf ihren Sparkuss beharren: "Austerität, kombiniert mit den strengen Vorgaben der Eurozone könnte sich als tödliche Kombination erweisen." Die "Schmerzen (des Sparkurses, Anm.) sind nutzlos".

Europa brauche Wachstum und für dieses Wachstum müsse eine Reihe von steuerlichen und wirtschaftspolitischen Aktivitäten sorgen: "Es gibt aber kein Allheilmittel." Die Vorschläge von Stiglitz reichten von einer Kapitalaufstockung für die Europäische Investitionsbank (EIB) bis hin zu zu einer Stärkung der Nachfrage, auch über Kredit.

Als Lehre der Krise sollten die Banken aber einen geringeren Kredithebel verwenden, transparenter sein und weniger Risiken nehmen, meinte der frühere Ökonom des Weltwährungsfonds (IWF). Er trat auf einer Veranstaltung der B&C Privatstiftung auf, Anlass seines Wien-Besuchs ist die Verleihung des Houska-Preises, der größten privaten Forschungsförderungsinitiative. Er fördert angewandte Forschung zugunsten einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Der Hauptpreis mit 120.000 Euro geht heuer an die Medizinische Universität Innsbruck.

Kommentare

higgs70

Nun ja, Stiglitz ist ein kluger Kopf und einer der wenigen, die... schon vor Jahren vor dieser Krise gewarnt hatten und die immer wieder die Gefahren des globalen Hyperkapitalismus benannten. Worauf er jedoch nie hinwies war die Subprime Krise und die extreme Verschuldung der US-Privathaushalte. Aber es verwundert nicht, denn Stiglitz versteht sich als "links" und wenn man "links" ist, macht es sich nicht gut, schärfere Regeln für die Verschuldung von Privateigentum und einen sparsameren Lebensstil zu fordern. Und auch wenn er\'s gut meint, weil er dem kleinen Mann schließlich nicht den Luxus versauen will, aber auch diese Schulden müssen abbezahlt werden. Und hier offenbart sich leider das Dilemma der Linken, die Verschuldung von Hedgefonds ist schlecht, aber Privatakteure sollen sich massiv verschulden dürfen, um zu konsumieren.
Beides ist mE. falsch.

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