Wer glaubt, im TV alles von den Spielen der EURO 2012 zu sehen, irrt gewaltig. Bengalische Feuer, Flitzer, politische Transparente: Die UEFA-Bildregie zensiert gnadenlos. Auch das Späßchen von Jogi Löw mit einem Balljungen war nur inszeniert. Den TV-Sendern sind die Hände gebunden.
Jogi Löw schupft einem Balljungen im Spiel Deutschland gegen Holland total entspannt das runde Leder weg. In der 22. Minute, wo es noch 0:0 steht. Während eines Spiels, das an Spannung kaum zu wünschen übrig lässt. Schöne Geschichte, oder? Nur leider ist sie so nie passiert. Löw hatte sich das Späßchen nämlich bereits vor Anpfiff, in der Aufwärmphase, erlaubt. Die UEFA schnitt die Szene dann einfach später ins Spiel hinein. In deutschen Internet-Foren ist die Entrüstung groß. "Demnächst werden vielleicht ein paar Minuten vom Spiel weggeschnitten oder was Altes reinkopiert", gibt ein User zu bedenken. Auch das ZDF fand es gar nicht lustig, es folgte eine Beschwerde bei der UEFA.
Geschickt inszeniert oder einfach nur plump manipuliert?
Tatsächlich hat die UEFA während der EURO schon einige ihr unangenehme Szenen ausgeblendet: Bengalische Feuerwerkskörper im Publikum, politische Transparente - die Bildregie zensiert gnadenlos. Auch der Flitzer, der beim Spiel Kroatien gegen Irland auf das Spielfeld lief und den Trainer der Kroaten, Slaven Bilic, abbusselte, war im Fernsehen nicht zu sehen.
Warum das so ist? Der europäische Fußballverband kontrolliert das sogenannte Weltbild, jenes, das die Zuschauer im TV dann zu sehen bekommen. Die übertragenden Sender - wie ARD/ZDF oder der ORF - müssen dieses dann übernehmen.
Das Bild der schönen, heilen Fußballwelt will sich die UEFA offenbar nicht vermiesen lassen...

