EURO 2012 von

Weniger als zwei Jahre bis zur WM

Die EM ist Geschichte und der Fokus richtet sich schon jetzt auf die Weltmeisterschaft

EURO 2012 - Weniger als zwei Jahre bis zur WM © Bild: GEPA/Richiardi

Nach der EM ist vor der WM. Mit dem klaren 4:0-Final-Sieg von Spanien gegen Italien in Kiew ist am Sonntagabend die Fußball-EURO 2012 zu Ende gegangen. Nun werden die Scheinwerfer auf Brasilien gerichtet, wo 2014 im Land des Rekord-Weltmeisters die WM ausgetragen wird. Die nächste EM wird dann 2016 in Frankreich angepfiffen - erstmals mit einem von 16 auf 24 Teams aufgestockten Feld.

Für Österreichs Nationalmannschaft beginnt die Qualifikation für Brasilien am 11. September mit einem Heimspiel gegen den EM-Halbfinalisten Deutschland. Die weiteren Kontrahenten in Gruppe C sind Schweden, Irland, Färöer und Kasachstan. Die neun Gruppen-Sieger qualifizieren sich direkt, die acht besten Zweiten kämpfen im Play-off in Hin- und Rückspielen um vier weitere Tickets nach Südamerika.

Die Chance, bei der EURO 2016 dabei zu sein, ist für die Österreicher verhältnismäßig riesengroß. Denn immerhin darf mittlerweile fast die Hälfte der 53 Mitgliedsverbände der UEFA zur EM reisen.

Brasiliens erste WM seit 1950
Die Brasilianer mussten mehr als sechs Jahrzehnte auf die zweite Heim-WM nach 1950 warten. Aktuell geht es vor allem beim Stadienbau voran, schleppend laufen die Ausbauarbeiten für Flughäfen, Hotels und Straßen. Und auch die Selecao hat noch Aufholbedarf. "Wir liegen im Plan", lautet das Mantra von Brasiliens Sportminister Aldo Rebelo. Nach anfänglichen Irritationen attestiert auch die FIFA dem Gastgeber inzwischen laufend Fortschritte bei den Vorbereitungen.

Die Auswahl von Trainer Mano Menezes muss noch zulegen, wenn sie 2014 die nationale Mission erfüllen und "Hexacampeao" (Sechsfach-Weltmeister) werden will. Die Erwartungen sind hoch, ein Aus vor dem Finale käme einer Tragödie gleich. Die Bilanz der brasilianischen Nationalmannschaft ist gemischt. In diesem Jahr gewann sie zwar bereits gegen Bosnien-Herzegowina (2:1), Dänemark (3:1) und die USA (4:1). Aber dem stehen jüngste Niederlagen gegen Mexiko (0:2) und Argentinien (3:4) gegenüber.

Zukunft von Menezes noch unsicher
Die Zukunft von Trainer Menezes dürfte sich auch in London entscheiden, wenn Brasilien mit dem Nachwuchsteam nach seinem ersten olympischen Gold greift.

Das Maracana-Stadion, in dem Brasilien 1950 das WM-Entscheidungsmatch gegen Uruguay verlor, gilt als Fußball-Tempel. Der Austragungsort der Endspiele des Confed-Cups 2013 und der WM 2014 wird derzeit für extrem viel Geld saniert. Die Kosten werden zum Schluss wohl bei einer Milliarde Reais (385 Millionen Euro) liegen. Das Dach wird komplett erneuert, und das 62 Jahre alte Stadion erhält neue Ränge, Restaurants und VIP-Logen. Viele hätten lieber einen Neubau als ein renoviertes Stadion gesehen.

Zwölf Stadien für ein Event
Die WM wird in zwölf, der Confed-Cup als Testlauf im kommenden Sommer in sechs Spielorten ausgetragen - und anders als selbst bei der Zwei-Länder-EM in Polen und der Ukraine haben die Entfernungen zwischen den einzelnen Spielorten kontinentale Ausmaße. Die Spielstätten Sao Paulo und Manaus sind 4.000 Kilometer und über vier Flugstunden voneinander entfernt.

Das Flugzeug als WM-Verkehrsmittel ist unentbehrlich, aber die Hauptflughäfen sind heute schon an ihrer Kapazitätsgrenze. Das Investitionsvolumen für die WM wird auf rund 30 Milliarden Reais (11,5 Milliarden Euro) geschätzt. Bis zu 600.000 ausländische Touristen werden erwartet und über drei Millionen Brasilianer zwischen den Spielorten pendeln.

UEFA-Präsident ist zuversichtlich
Andere Sorgen gibt es für Frankreich 2016. Bei der auf 24 Teams aufgeblähten EM befürchten Kritiker eine Verwässerung des Niveaus sowie einseitige und langweilige Spiele zwischen etablierten Nationen und den nun vermehrt mitmischenden "Kleinen". "Ich mache mir keine Sorgen um die Qualität. Wir können acht Mannschaften mehr dabei haben, die genauso gut sind wie die anderen. Wir können ein wunderbares Achtelfinale haben", sagte UEFA-Präsident Michel Platini, der das neue Format logischerweise vehement verteidigt.

Die Gruppenphase wird von 24 auf 36 Spiele verlängert. Ein Modus für die Achtelfinal-Qualifikation muss noch gefunden werden, vermutlich werden die vier besten Gruppendritten der sechs Pools auch aufsteigen.