EURO 2012 Frankreich von

Die Stars machen Pause

Die Stars gehen im Schatten joggen, die B-Elf schwitzt für die Medien

Was macht eine Weltklasse-Mannschaft wie Frankreich im Training? Um dieser Frage nachzugehen, folgt man natürlich dem Ruf der Equipe, wenn sie eine öffentliche Übungseinheit veranstaltet. Hier ist sie also, die Antwort auf die große Frage, was Frankreich macht, wenn es trainiert: nicht viel.

Die Stars der Mannschaft bogen nämlich noch vor dem Fußballplatz zu einer lockeren, etwa 25-minütigen Joggingrunde ab. Als Ribery, Nasri, Benzema und Kameraden dann - zur Freude der knapp 100 französischen Journalisten - doch noch den Fußballplatz betraten, passierte aber auch nichts mehr. Knappe 15 Minuten dehnen, zwei bis drei lockere Sprints und der Arbeitstag war beendet. Franck Ribery gaberlte noch kurz, das war's aber auch schon.

Für die Unterhaltung der angereisten Medienschar musste die zweite Garnitur sorgen. Die kamen dafür ordentlich zum Handkuss. Fast 40 Minuten Kleinfeldspiel unter erschwerten Bedingungen mit schweren Westen unter dem Trainingsgewand. Aber das war dafür nett anzusehen. Fein, was diese Weltklasse-Kicker mit dem Ball anstellen, wenn es nicht todernst zugeht. Spielverderber war übrigens Steve Mandanda: Der Marseille-Goalie zeigte einige Traumparaden. Wenn ich Laurent Blanc wäre ... au revoir, Hugo Lloris.

Geschlafen und trainiert wird in Frankreichs Nationalteam übrigens am Gelände von Schachtar Donezk - ein Schmuckstück. Unzählige Kunst- und Naturrasenfelder, ein eigener Teich, Hotel und alles etwa 30 Minuten Autofahrt von der Donbass Arena entfernt - wenn man mit dem Taxifahrer korrekt kommuniziert.

Der unwissende Tourist
Ich glaube übrigens, an diesem Abend tatsächlich mehr geschwitzt zu haben, als etwa Franck Ribery. Mit dem Taxi habe ich eine feine, aber unfreiwillige Rundfahrt durchs Donezker Umland gemacht - sehr hübsch übrigens. Der Fahrer konnte nämlich entgegen ersten Beteuerungen mit der Adresse nichts anfangen. Nach einem 30-minütigen Umweg konnte ich ihn aber doch überzeugen, einen Polizisten nach dem Weg zu fragen. "This is Shakhtar football club", stellte er dann fest. Zwischen den Zeilen war allerdings laut und deutlich zu hören: "Das hättest du ruhig gleich sagen können, du Koffer." Hätte ich wahrscheinlich auch, wenn ich es gewusst hätte.

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