EURO 2012 Finale von

Spanien verteidigt seinen EM-Titel

4:0 im Endspiel gegen Italien. Silva und Alba machen schon vor der Pause alles klar.

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    Da regnet es Confetti für das gesamte spanische Team. Glückwunsch zum gelungenen und verdienten Titel.

Der neue und alte Fußballeuropameister heißt Spanien. David Silva (14.) und Jordi Alba (41.) machten dabei in einem hochklassigen Finale der EURO 2012 schon vor der Pause alles klar. Die Treffer zum 3:0 vom eingewechselten Fernando Torres (84.) und zum 4:0 (88.) durch Juan Mata waren dann letztlich unerheblich, da Italien die letzten knapp 30 Minuten mit zehn Mann schon chancenlos war. Thiago Motta verletzte sich nur vier Minuten nach seiner Einwechslung, Prandelli hatte aber keinen Tausch mehr zur Verfügung.

Auch die Italiener fanden zumindest in der ersten Halbzeit einige hochkarätige Chancen hervor, scheiterten aber immer wieder am überragenden spanischen Tormann Iker Casillas. Spätestens mit der Verletzung von Thiago Motta war das Finale aber entschieden und die spanischen Fans durften wieder einmal mit den Feierlichkeiten beginnen. Die Spanier sind nun mit drei EM-Triumphen (1964, 2008, 2012) gemeinsam mit Deutschland auch Rekord-Europameister. Ganz nebenbei gelang Spanien ein historischer EM-Triumph: Noch nie gelang es einem Team den Titel zu verteidigen. Eine weitere Premiere ist übrigens das Triple aus EM - WM - EM.

Die Iberer schnürten die Italiener von Beginn an in ihrem Strafraum ein und suchten den direkten Weg zum Tor. Ein Freistoß (6.) und ein Kopfball (7.) von Sergio Ramos streiften übers italienische Tor, auch Xavi schoss drüber (10.).

Geniestreich zum 1:0
Mit einem an ihre besten Zeiten erinnernden Spielzug sorgten die Spanier dann auch fürs frühe und auch schon verdiente 1:0 (14.). Nach perfekt getimten Lochpass von Andres Iniesta zog Cesc Fabregas auf der rechten Seite Richtung Toroutlinie. Anstelle eines Schusses aus spitzem Winkel lieferte Fabregas eine perfekte Flanke auf Silva, der per Kopf ins linke Kreuzeck abschloss.

Die Italiener, bei denen Abwehr-Routinier Giorgio Chiellini früh verletzt ausschied (21.), nahmen den Kampf an und trugen ebenfalls ihren Teil zu einem lebendigen und offen geführten Endspiel bei. Spaniens Goalie Iker Casillas hatte bei zwei hohen Bällen Mühe, rettete aber mit Mühe vor Daniele de Rossi (16.) und Mario Balotelli (27.). Auch Antonio Cassano prüfte mit zwei Schüssen (29., 33.) Casillas.

Zweiter Genieblitz zum 2:0
Die größere Klasse und Genialität hatten aber die Spanier in ihren Reihen. Xavi spielte millimetergenau in den Lauf des heranstürmenden Alba, der Italien-Keeper Gianluigi Buffon mit einem Flachschuss keine Chance ließ und noch vor der Pause auf 2:0 stellte (41.).

Das Finale blieb auch nach der Pause höchst unterhaltsam. Der eingewechselte Antonio di Natale setzte einen Kopfball übers Tor (46.) und scheiterte aus kurzer Distanz am überragenden Casillas (51.), der seine Torsperre in K.o.-Spielen bei großen Turnieren auf unglaubliche 990 Minuten ausbaute.

Italien im Pech
Es war nicht der Tag der Italiener, und schon gar nicht der Tag von Thiago Motta. Zunächst hätte Motta fast den Mannschaftsbus Richtung Stadion verpasst, im Match verletzte er sich dann nur vier Minuten nach seiner Einwechslung (57.) so schwer, dass er nicht mehr weiterspielen konnte. Besonders bitter fürs Italiens Teamchef Cesare Prandelli war, dass er zu diesem Zeitpunkt bereits dreimal gewechselt hatte.

Somit war Italien in der letzten halben Stunde in Unterzahl und das Finale endgültig entschieden. Spanien begnügte sich zunächst mit spielerischer Dominanz und Ballbesitz. Im Finish erwachte dann aber noch einmal ihr Torhunger. Nach neuerlichem Xavi-Traumpass stellte der eingewechselte Torres auf 3:0 (84.), nach überlegter Torres-Vorarbeit rollte Mata den Ball zum Endstand über die Linie (88.).

Reaktionen
Jordi Alba (Spanien-Torschütze zum 2:0): "Es ist wunderbar, dass wir den Titel erfolgreich verteidigt haben. Wir haben noch einmal Geschichte geschrieben. Wir werden das erst nach und nach fassen können. Ich freue mich sehr, dass ich das Tor gemacht habe."

Cesare Prandelli (Italien-Teamchef): "Wir waren mit Leib und Seele dabei, konnten aber mit diesem starken Gegner nicht mithalten. Wir haben so gut wie möglich gespielt. Leider ist uns kein Wunder gelungen, wir haben aber trotzdem Fantastisches geleistet. Ich denke, diese Mannschaft wird weiter wachsen. Wir müssen dieser Mannschaft Zeit geben, dann werden ihre Leistungen noch besser werden."

Gianluigi Buffon (Italien-Tormann und -Kapitän): "Man muss akzeptieren, dass es eine Mannschaft gibt, die besser ist. Es war ein sehr gutes Finale. Die Spanier haben mehr Spieler in ihren Reihen, die schon viele Erfahrungen mit solchen großen Partien haben. Es gibt nichts, was wir uns vorwerfen müssen, die Spanier waren einfach besser."

Giancarlo Abete (Italiens Verbandspräsident): "Wir waren einfach nicht so brillant wie sonst."

Vicente del Bosque (Spanien-Teamchef): "Ich bin sehr stolz auf meine Spieler. Die Mannschaft hat sehr eng zusammengehalten. Wir haben fast perfekt gespielt. Wir waren dominant, haben offensiv gespielt und hatten viel Ballbesitz. Wir wissen, dass es ein historischer Moment ist. Und wir sind sehr zufrieden damit. Wir haben ein großes Turnier gespielt und jetzt sind wir glücklich, den Titel feiern zu können. Wir denken schon, dass Spanien zufrieden ist und wir sind stolz, diese Freude gegeben zu haben. Wir haben das Spiel immer mehr kontrolliert, und wir sind dann viel stärker als die Italiener gewesen."

Iker Casillas (Spanien-Tormann und Kapitän) auf die Frage was der entscheidende Unterschied an diesem Tag war: "Die Art und Weise, wie wir den Ball halten können und unsere Torchancen nutzen. Dazu stimmt auch die Defensive bei uns. Wir sind überwiegend kleine Spieler, die aber ihre Sache gut machen. Dieser Titel ist das Verdienst der ganzen Mannschaft."

Spanien - Italien Endstand 4:0 (2:0)
Kiew, Olympiastadion, 64.000, SR Pedro Proenca (POR)

Tore: 1:0 (14.) Silva
2:0 (41.) Alba
3:0 (84.) Torres
4:0 (88.) Mata

Spanien: Casillas - Arbeloa, Pique, Ramos, Alba - Xavi, Busquets, Alonso - Silva (59. Pedro), Fabregas (75. Torres), Iniesta (87. Mata)

Italien: Buffon - Abate, Barzagli, Bonucci, Chiellini (21. Balzaretti) - Marchisio, Pirlo, Montolivo (57. Motta), De Rossi - Balotelli, Cassano (46. Di Natale)

Gelbe Karten: Pique bzw. Barzagli

Die Besten: Iniesta, Xavi, Casillas, Silva bzw. Pirlo