EU setzt Maßnahmen gegen Vogelgrippe: Freilandhaltung steht erneut vor Verbot

Pröll: Verbot hängt von Entwicklung der Seuche ab Union sendet eine Beobachter-Gruppe nach Afrika

Die EU-Agrarminister haben am Montag in Brüssel Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung der Vogelgrippe angekündigt. Dabei könnte die Freilandhaltung von Geflügel mit Beginn der Zugvogelsaison in der gesamten EU und damit auch wieder in Österreich verboten werden.

Man werde sich an die Ergebnisse der Risikoanalyse und an die Vorgaben der Veterinärmediziner halten, sagte Österreichs Landwirtschaftsminister Pröll, amtierender Vorsitzender des EU- Agrarministerrates, nach den Beratungen zur APA.

Pröll: Verbot hängt von Entwicklung ab
Frankreich und einige andere Länder haben ihr Freihalteverbot bereits wieder ausgedehnt. Das Verbot für Freilandhaltung in Österreich war dagegen mit dem Ende der Zugvogelsaison am 15. Dezember wieder weitgehend aufgehoben worden. Ob die Maßnahmen tatsächlich wieder eingeführt werden müssten, werde vor allem von der weiteren Entwicklung der Seuchenherde abhängen, sagte Pröll.

Die EU-Kommission prüft außerdem eine gezielte Ausweitung der Kennzeichnungspflicht und Kontrollen für potenziell gefährliche Importe. Einreisende könnten an Flughäfen in Zukunft Check-Listen erhalten. Darauf müssten die Einreisenden dann angeben, ob sie eines der angeführten, gefährlichen Produkten mitführen, und würden gleichzeitig auf bestehende Importverbote aufmerksam gemacht, erklärte Pröll. Fix ist das aber noch nicht. Die EU-Kommission prüft noch die möglichen Vorgehensweisen.

EU sendet Beobachter-Gruppe nach Afrika
Fest steht dagegen bereits, dass nach den Vogelgrippe-Fällen in der Türkei die mobilen Experten-Teams, die bereits in- und außerhalb der EU unterwegs sind, aufgestockt werden. Außerdem wird die EU auch eine Beobachter-Gruppe nach Afrika schicken, wo die meisten europäischen Zugvögel herkommen.

Einen konkreten Verdachte auf Vogelgrippe-Fälle in Afrika gebe es nicht. Bisher habe es allerdings in den meisten afrikanischen Ländern auch keine effektiven Kontrollen durchgeführt. Mit Ergebnissen der nun von der EU-Kommission eingesetzten Monitoring-Gruppe sei bereits in den nächsten Wochen zu rechnen, so Pröll. (apa)