EU-Konferenz "The Sound of Europe": Großeinsatz der Polizei erforderlich

Strenge Sicherheits-Kontrollen in Stadt Salzburg Auch Überwachungskameras werden installiert

Höchste Sicherheitsstufe herrscht während der EU-Tagung "The Sound of Europe" von 26. bis 28. Jänner in der Stadt Salzburg. Rund 300 Polizisten überwachen das Kongresszentrum Salzburg Congress, dessen nähere Umgebung, wo die hochkarätigen Teilnehmer in zwei Hotels nächtigen und den Festspielbezirk. Eingesetzt werden auch Überwachungskameras und Sprengstoffspürhunde.

Ein halbes Jahr dauerten die Vorbereitungen der Exekutive für die mit Spannung erwartete Konferenz in Salzburg. Internationale Politiker, Intellektuelle und Kunstschaffende diskutieren zu Mozarts 250. Geburtstag über die Identität und Zukunft Europas. "Mit Sicherheit nicht kommt US-Außenministerin Condoleezza Rice", erklärte Salzburgs Sicherheitsdirektor Anton Stenitzer. Bei ihrem Besuch wäre das Polizeiaufgebot von 300 auf 500 Einsatzkräfte erhöht worden.

"Um die Sicherheit im ganzen Bundesland zu gewährleisten, werden für die EU-Konferenz 200 Exekutivbeamte aus anderen Bundesländern zusammengezogen. Sie unterstützen die 100 Salzburger Polizisten", betonte Stenitzer. Die Kosten für das Polizeiaufgebot und die erforderlichen Überstunden übernehme das Innenministerium. Das habe der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Erik Buxbaum, bereits zugesichert.

70 Beamte der Cobra im Einsatz
70 Beamte der Einsatzgruppe Cobra werden allein für den Personen- und Objektschutz zuständig sein. Auch private Überwachungsorganisationen sind eingebunden. Die beiden Hotels Sheraton und Sacher, in denen die Konferenzteilnehmer nächtigen, unterliegen genauesten Kontrollen. Überprüft wird unter anderem das Haus- und Küchenpersonal, das aus Sicherheitsgründen nicht mehr ausgetauscht wird.

Im und um das Kongresshaus werden Videokameras und Sicherheitsschranken installiert. Vor den Konferenzen durchkämmen Polizisten mit Sprengstoffspürhunden das gesamte Haus. Möglicherweise werden sogar die Kanaldeckel der Umgebung verschweißt. Unter die Lupe genommen wird auch das Große Festspielhaus, wo Riccardo Muti das Festkonzert der Wiener Philharmoniker dirigiert.

"Die Bevölkerung soll aber so wenig wie möglich durch die Sicherheitsmaßnahmen belastet werden", so Sicherheitsdirektor Stenitzer. "Wir lassen den O-Bus am Congress vorbeifahren, es wird nur die Haltestalle beim Mirabellplatz verlegt."

Auch Bundesheer eingebunden
Federführend für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung ist das Innenministerium. Unterstützende Hilfe leistet das Bundesheer. "The Sound of Europe erfordert für uns keinen besonderen Einsatz. Wir beobachten ohnehin ständig den österreichischen Luftraum", erklärte Oberstleutnant Oskar Krasser von den Luftstreitkräften. Zwei Abfangjäger stünden einsatzbereit.

Vom Sicherheitsaspekt riskanter bewertet wird das informelle EU-Außenministertreffen am 10./11. März im Tagungszentrum Salzburger Congress. Im Umkreis von 100 Kilometer gebe es eine Flugbeschränkung. Zudem würden im Nahbereich der Stadt Fliegerabwehrkanonen und -abwehrlenkwaffen aufgestellt, sagte Krasser. Wo genau, bleibt geheim. Die Planungen für die beiden EU-Konferenzen in Salzburg seien auf ein Worst-Case-Szenario ausgerichtet, beruhigte der Kommandant der Luftstreitkräfte, Generalmajor Erich Wolf. In der Einsatzzentrale im Bunker in St. Johann im Pongau sei zwar nicht mehr Personal erforderlich, es könne aber sein, dass die Dienstzeit der Spezialisten ausgedehnt werde, sagte Wolf.

(apa)