Estland dominiert die Langlauf-Bewerbe: Veerpalu holt Olympia-Sieg über 15 km

Hervorragender 8. Platz für ÖSV-Starter Tauber Silber an Tschechen Bauer, Bronze geht an Angerer

Das estnische Langlauf-Team sorgt bei den XX. Winterspielen für Furore. Nach den zwei Olympiasiegen durch Kristina Smigun eroberte Andrus Veerpalu im 15-km-Rennen in Pragelato schon die dritte Goldmedaille für das kleine baltische Land. Die verwöhnten Norweger stehen hingegen bei Halbzeit (sechs von zwölf Bewerben) noch ohne Erfolg da.

Der 34-jährige Veerpalu wiederholte bei schwierigen Bedingungen in der klassischen Technik seinen Erfolg von 2002, außerdem hat er noch Olympiasilber über 50 km von Salt Lake City daheim in Otepää hängen. Der dreifache Familienvater, der schnelle Autos liebt, setzte sich 14,5 Sekunden vor dem Tschechen Lukas Bauer und 19,2 vor dem Deutschen Tobias Angerer durch.

Der Tiroler Martin Tauber lieferte erneut ein starkes Rennen. Nach Rang 17 in der Doppelverfolgung belegte er diesmal den achten Platz, 48,2 Sekunden hinter Veerpalu. "Ich bin sehr zufrieden", meinte der 29-jährige Seefelder. Er hatte sich das Rennen in der langsamen Neuschneespur, für das bis zum letzten Moment mit der Wachswahl zugewartet worden war, optimal eingeteilt. "Ich bin vier Kilometer hinter Wassili Rotschew (dem dann Vierten, Anm.) gelaufen und habe im letzten Anstieg noch viele Plätze gut gemacht."

Auf dem letzten Kilometer überholte der Weltcup-Zweite von Davos sogar den russischen Sprint-Weltmeister. "Ich habe gewusst, dass ich nach vorne muss, denn ich bin beim Schieben besser als er", meinte der ÖSV-Läufer selbstbewusst. Er hatte optimal präparierte Ski, die Norweger griffen hingegen daneben (nur Rang 17 für Frode Estil). Rotschew vermochte Tauber im Finish nicht zu folgen und verlor so die Bronzemedaille an den später gestarteten Angerer, der um 3,9 Sekunden schneller war. In Tauber war trotz bestem Material nie die Hoffnung auf Edelmetall aufgekeimt, im Ziel fehlten ihm 29 Sekunden auf Bronze.

Die Medaillenträume hat Tauber aber nicht für immer ad acta gelegt. "Ich mache sicher noch vier Jahre weiter, so lasse ich das nicht stehen. Ich habe mich jetzt jedes Jahr gesteigert, vielleicht geht sich noch eine Medaille aus", meinte der gelernte Tischler vom Skiklub Seefeld.

ÖSV-Trainer Emil Hoch freute sich über Taubers Leistung, trauerte aber auch dem durch eine Verkühlung verhinderten Einsatz von Michail Botwinow nach. "Das ärgert mich wirklich, denn diese schweren Bedingungen wären für den Boti optimal gewesen." Der Olympia-Zweite von Salt Lake City hatte sich gegen den Wunsch der Trainer für einen Einsatz in der Doppelverfolgung entschieden, worauf sich die nicht ausgeheilte Erkältung verschlechterte.

Ergebnisse des 15-km-Langlaufs klassische
1. Andrus Veerpalu EST 38:01,3 Minuten
2. Lukas Bauer CZE +14,5 Sekunden zurück
3. Tobias Angerer GER 19,2
4. Wassili Rotschew RUS 23,1
5. Jaak Mae EST 33,9
6. Johan Olsson SWE 37,5
7. Andreas Schlütter GER 43,4
8. Martin Tauber AUT 48,2
9. Sergej Nowikow RUS 1:13,7 Minuten
10. Sami Jauhojarvi FIN 1:14,0
11. Anders Södergren SWE 1:15,8
12. Rene Sommerfeldt GER 1:15,9
13. Fulvio Valbusa ITA 1:17,5
14. Mathias Fredriksson SWE 1:17,8
15. Vincent Vittoz FRA 1:26,0

(apa/red)