"Es ist vorbei": Anja Pärson hat Gesamt- Weltcup-Titelverteidigung abgeschrieben!

Schwedin fast 300 Punkte hinter Leaderin Kostelic

Die Schwedin Anja Pärson hat die erfolgreiche Titelverteidigung im alpinen Ski-Gesamtweltcup offenbar schon abgeschrieben. Die Gewinnerin der großen Kristallkugel der Jahre 2004 und 2005 hat vor den Rennen in St. Moritz am Wochenende bereits 297 Zähler Rückstand auf die in Hochform agierende kroatische Leaderin Janica Kostelic (982 Punkte). Die Entscheidung, sich voll auf die Olympischen Winterspiele in Turin (10. bis 26. Februar) zu konzentrieren, habe laut Pärson alle Hoffnungen auf den dritten Gesamtsieg in Folge zunichte gemacht.

"Ich bin in vier der vergangenen sechs Weltcup-Rennen ausgeschieden. Da darf man sich keine Chancen auf den Gesamtweltcup mehr ausrechnen", meinte die 24-Jährige und schwenkte im Duell mit der Doppel-Siegerin (zweite Abfahrt und Super G) von Bad Kleinkirchheim vorzeitig die weiße Fahne: "Es ist auf jeden Fall vorbei." Ihre jüngsten Auftritte würden ihr keine schlaflosen Nächte bereiten, meinte die Schwedin, die das erste Abfahrtsrennen in Kärnten am vergangenen Freitag gewonnen hatte, danach aber zwei Mal ausgeschieden war. Vielmehr hätte sie bewusst riskiert, um sich optimal auf Turin vorzubereiten.

Olympia-Gold fehlt noch in der Sammlung der vierfachen Weltmeisterin und genießt daher in der laufenden Saison oberste Priorität. "Würde ich mir über den Gesamtweltcup Gedanken machen, wäre ich in diesen vier Rennen nicht ausgefallen. Ich habe mich gepusht, weil ich weiß, dass das die beste Olympia-Vorbereitung ist", erklärte Pärson und fügte hinzu: "In den nächsten Rennen werde ich versuchen, meine Energie zu konservieren, denn das Programm in Turin ist wirklich sehr hart."

Die mit 252 Punkten Rückstand auf Kostelic Gesamt-Zweite Michaela Dorfmeister dürfte sich wohl eher auf die Verteidigung ihrer Spitzenposition in den Disziplinen Abfahrt und Super G konzentrieren. Die Niederösterreicherin, die in der Abfahrt mit 25 Punkten Vorsprung auf die US-Amerikanerin Lindsey Kildow führt und im Super-G 10 Zähler vor Landsfrau Alexandra Meissnitzer in Front liegt, fuhr in acht von bisher neun Speed-Events der laufenden Saison aufs Podest.

(apa)