Erste Absagen: Vogelgrippe sorgt für
Unruhe in den Bundesliga-Trainingslagern

Italien oder Spanien? GAK und Pasching buchen um Sturm mangels finanzieller Alternativen in die Türkei

Die einen überlegen, die anderen zögern und einige haben ihre Trainingslager bereits abgesagt. Die in der Türkei grassierende Vogelgrippe sorgt auch in der österreichischen Fußball-Bundesliga für Unruhe. Sechs von zehn Erstligisten wollten ihre Zelte zur Saisonvorbereitung in Belek bzw. Antalya aufschlagen, die beiden in der Winterpause bestplatzierten Klubs - der GAK (4.) und Pasching (5.) - haben bereits abgesagt. SV Ried (6.), Wacker Tirol (7.) und Sturm Graz (8.) warten ebenso zu wie der SV Mattersburg (9.).

Zwar stelle der Aufenthalt in den betreffenden Touristenregionen bei Berücksichtigung bestimmter Regeln laut Virologen keine Gefahr einer Infektion dar, Unbehagen macht sich dennoch bei Spielern, Betreuern und Funktionären breit. "Kleinere grippale Infekte sind bei Trainingslagern in wärmeren Gebieten normal. Dass dann im Camp die große Unsicherheit ausbricht, wollen wir schon vorab vermeiden", erklärte Pasching-Manager Andreas Hofmann. "Der Grund ist nicht, dass wir einen Ausbruch der Vogelgrippe befürchten."

Derzeit loten die Oberösterreicher Alternativ-Möglichkeiten in Spanien und Italien (Neapel) aus. "Wenn es nicht funktioniert, bleibe ich lieber zu Hause, als mit Gewalt in die Türkei zu fliegen", meinte Neo-Trainer Andreas Heraf. Der GAK hat sein Ersatz-Domizil indessen fixiert. Die Grazer reisen auch auf Druck der Spieler nach mittlerweile mehr als 20 nachgewiesenen Vogelgrippe-Fällen in der Türkei nach Huelva in Andalusien.

Probleme bei Sturm Graz
Weniger Glück scheinen ihre Kollegen vom Stadtrivalen Sturm zu haben. Der Klub hat Liquiditätsprobleme und da das Außenministerium trotz Hinweisen auf die Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen keine Reisewarnung für die Türkei ausgesprochen hat, wäre im Falle einer Absage eine Stornogebühr fällig. Derzeit werden andere Möglichkeiten geprüft, laut Klub-Angaben deuten aber alle Zeichen trotz offenkundigen Bedenken der Spieler auf Belek.

Anders die Situation beim FC Wacker Tirol, der sich Alternativen in Ägypten, Portugal und Spanien offen hält. "Noch haben wir nichts umgebucht. Eine Entscheidung fällt spätestens Anfang kommender Woche. Die Stimmung geht in jedem Fall eher gegen die Richtung Türkei", betonte Manager Christian Ablinger.

Beim SV Ried geht man nach Rücksprache mit Ärzten einen anderen Weg. "Die Details sind abgesprochen. Wir fliegen von 27. Jänner bis 7. Februar in die Türkei", sagte Manager Stefan Reiter. "Für uns stand das Trainingslager eigentlich nie zur Diskussion." Auch der SV Mattersburg fliegt allen Diskussionen zum Trotz nach Antalya.

(apa)