Erich Rebasso von

Anwalt erwürgt oder erdrosselt

Obduktion bringt Klarheit über Todesursache - Polizei geht nicht von Auftragsmord aus

  • Bild 1 von 7 © Bild: APA/Pfarrhofer/Polizei

    Der entführte Anwalt Erich Rebasso ist tot. Seine Leiche wurde in einem Waldstück in Niederösterreich entdeckt.

Am Donnerstag wurde in einem Waldstück bei Königstetten (NÖ) die Leiche des Wiener Anwalts Erich Rebasso entdeckt. Durch einen DNA-Abgleich habe man nun die Identität des Toten eindeutig feststellen können, wie die Polizei bestätigt. Die Obduktion hat ergeben, dass der Jurist entweder erdrosselt oder erwürgt wurde. "Aufgrund der Beschaffenheit des Körpers kann man davon ausgehen, dass der Todeszeitpunkt schon geraume Zeit zurück liegt", teilt die Polizei in einer Aussendung mit.

Der genaue Zeitpunkt sei derzeit nicht zu ermitteln. Man könne jedoch davon ausgehen, dass der 48-Jährige unmittelbar nach der Entführung aus der Wiener Innenstadtgarage oder möglicherweise sogar noch in der Garage selbst ermordet worden ist.

Polizei geht nicht von Auftragsmord aus
Die beiden verhafteten Russen, ein 31- sowie ein 35-jähriger Mann, dürften bereits vor der Entführung aus der Innenstadtgarage gewusst haben, dass Erich Rebasso in der Nähe des Tatorts gewohnt hat. "Im Haus selbst waren sie aber nicht", so Roman Hahslinger. Es scheint, als hätten die zwei Russen den Wohnort Rebassos zuerst ausgekundschaftet, den Anwalt dann ermordet und anschließend die Leiche nur deshalb in dem Waldstück bei Königstetten vergraben haben, weil sie mit der Gegend bereits einigermaßen vertraut gewesen sind.

Dass es sich um einen Auftragsmord handelte, sei auszuschließen, so der Polizei-Sprecher. Die beiden nun in Moskau verhörten Personen zählten demnach zum Kreis jener Anleger, die um hohe Geldsummen geprellt worden waren. Rebasso hatte zwar immer beteuert, mit den Betrugsfällen nichts zu tun zu haben, und erstattete diesbezüglich sogar Selbstanzeige.


Jäger entdeckt Leiche
Ein Jäger entdeckte gegen 9:00 Uhr einen ungewöhnlichen Erdhügel. Er stocherte in dem Hügel herum und stieß dabei auf eine Leiche. Wenig später rückte eine Tatortgruppe der Wiener Polizei an.

"Der Jäger hat gemeint, er kenne die Gegend sehr gut, deswegen ist ihm der frische Erdhügel gleich ins Auge gestochen", berichtete Polizei-Sprecher Roman Hahslinger am Fundort der Leiche. Die Täter dürften zwar versucht haben, die Stelle mit Blättern, Ästen und Baumstämmen zu "tarnen", dem ortskundigen Weidmann fiel der Hügel dennoch sofort auf.

Laut Hahslinger habe man schon die Familie des Opfers verständigt und psychologische Hilfe angeboten. Um 16.00 Uhr wurde am Donnerstag der Sarg mit Erich Rebasso abtransportiert.

Anwalt aus Tiefgarage entführt
Seit dem 27. Juli wurde fieberhaft nach dem Anwalt gesucht. Er dürfte von zwei Männern in einer Tiefgarage am Georg-Coch-Platz in der Wiener Innenstadt überwältigt worden und entführt worden sein, als er auf dem Weg zu einem Außentermin war. Auf Aufnahmen aus einer Überwachungskamera ist zu sehen, wie ein fremder Mann zunächst mit Rebassos Mercedes und danach ein weiterer Mann mit einem Mietwagen aus der Garage fährt. Der Mercedes wurde vier Tage später auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums gefunden, der Mietwagen der Leihfirma zurückgebracht. In beiden Fahrzeugen wird Blut des Anwalts gefunden.

Über die von den Männern bei der Leihwagenfirma hinterlegten Ausweise konnten zwei Russen ausfindig gemacht werden. Beamte des Landeskriminalamtes Wien und des Bundeskriminalamtes machten sich auf den Weg nach Moskau. Die Ermittler gingen von Beginn an davon aus, dass sich die Hintergründe der Tat in Russland abgespielt haben.

Rebasso hatte dort zahlreiche Klienten. Sein Name fiel vor Jahren in einem Fall um einen Anlegebetrug in Russland, wo zig Privatanleger um hohe Geldsummen geprellt wurden. Rebasso selbst soll daran nicht beteiligt gewesen sein und erstattete damals in Österreich Selbstanzeige, um zu beweisen, dass er in die Betrügereien nicht verwickelt ist. Das Verfahren gegen ihn wurde später eingestellt. Dennoch langten weiterhin schriftliche Drohungen in der Anwaltskanzlei Rebassos ein.

Verdächtige in Moskau verhaftet
Die beiden dringend tatverdächtigen Russen, die mit diesem Anlegebetrug in Verbindung gebracht werden, wurden schließlich am Dienstag in Moskau festgenommen. Die Männer wurden von russischen und österreichischen Kriminalisten verhört. Ein Auslieferungsantrag nach Österreich sei noch nicht gestellt worden.

In der Zwischenzeit ging bei der Familie Rebasso auch eine Lösegeldforderung ein. Die via E-Mail übermittelte Lösegeldforderung stammte jedoch nicht von den beiden Festgenommenen persönlich, man gehe aber davon aus, dass sie von Hintermännern versandt wurde. "Von wem, weiß man noch nicht definitiv, aber es gibt Spuren und Vermutungen", hielt sich Polizei-Sprecher Roman Hahslinger bedeckt.

Kommentare

stabilis melden

Mein aufrichtiges Beileid Der Familie, den Mitarbeitern und Freunden gilt mein aufrichtiges Beileid zu diesem sinnlosen Verbrechen!

Ob im Rechtsstaat Russland unter dem Kaiser Putin hier die Verbrecher die gerechte Strafe erhalten ist unklar, ich halte der Familie aber die Daumen das dieses Verbrechen aufgeklärt und richtig hart bestraft wird.

strizzi49 melden

Re: Mein aufrichtiges Beileid "Rechtsstaat Russland" - der war gut !!!

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Na! Nein?! Überhaupt nicht! Das war ganz und gar nicht Auftragsmord sondern, er hat sich unabsichtlich sein Bein umgeknickt und ist auf eine Liane mim Kopf nach unten gelanden, wobei er sich versehentlich dann selbst über erdrosselt hat...Eigentlich war es Selbstmord... das ist typisch unsere Polizei. Ist auch logisch, sonst hätten SIe wieder mehr zu tun und einen weiteren Fall von vielen aufzuklären. Damit sind SIe ja sichtlich überfordern. Wie man es heutzutage liest und sieht!

freud0815 melden

Re: Na! Nein?! Überhaupt nicht! da die beiden von den *geprellten* sind-kann es auch im affekt geschehen sein
dass man für einen toten kein lösegeld bekommt weiss jeder und da es blutspuren in beiden autos gab, hat er sich evtl heftiger gewehrt als die annahmen.
jetzt habens gar nix, hocken in u haft und ihre familie kann sehen wie se klar kommt
echte verbrecher hätten wohl falsche papiere verwendet, die 2 haben vielleicht 1 mafia film zu viel gesehen

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Re: Na! Nein?! Überhaupt nicht! Es gibt keine kopflosen schlagen die drahtzieher sitzen dahinter. Das war ein gut geplantes Verbrechen und so wie die Schilderung War, kann es sehr wohl. Sein dass der Anwalt noch zum Zeitpunkt der Abloese gelebt hat.

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