Entwarnung in Slowenien: Feuerwehrmann wurde nicht mit Vogelgrippe-Virus infiziert

<b>Ungarn:</b> Nationales Labor bestätigt Virus H5N1 <b>Frankreich:</b> Erster Vogelgrippe-Fall bestätigt<br>Rumänien: Weiterer Infektionsherd gemeldet

Entwarnung in Slowenien: Der Donnerstagabend ins Marburger Krankenhaus eingelieferte 30-jährige Feuerwehrmann ist nicht mit dem Vogelgrippevirus infiziert. Das sei durch eine Untersuchung in Laboratorium des Laibacher Instituts für Gesundheitssicherung festgestellt worden, wie der Fachdirektor des Krankenhauses, Anton Crnjac, berichtete.

Der 30-Jährige gehörte einem Feuerwehr-Team an, das Anfang der Woche bei Marburg mehrere tote Schwäne aus der Drau geborgen hatte. Bei einigen Tieren wurde später der Vogelgrippevirus H5N1 festgestellt. Am Donnerstag bekam der Mann hohes Fieber und befürchtete, dass er sich infiziert haben könnte. Inzwischen ist er wieder fieberfrei.

Nationallabor bestätigte Virus H5N1 in Ungarn
Die drei Schwäne im südungarischen Komitat Bacs-Kiskun verendeten an dem gefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N1, berichtete der ungarische Rundfunksender Inforadio. Dabei berief sich der Sender auf Testergebnisse des ungarischen Speziallabors im Landesinstitut für Tierhygiene, das den auch für Menschen schädlichen Virus nachwies. Dennoch werde das endgültige Ergebnis erst nach Bekanntwerden der Untersuchungsergebnisse im EU-Referenzlabor Weybridge bei London veröffentlicht.

Die toten Schwäne wurden in den südungarischen Ortschaften Nagybaracska und Csatalja im Komitat Bacs-Kiskun gefunden. Bereits am Donnerstag waren Risikozonen um die betroffenen Gemeinden eingerichtet worden. Auch Stallpflicht wurde für dortiges Geflügel angeordnet.

Wie der Bürgermeister von Nagybaracska, Sandor Kiraly, erklärte, bestünde keine Panik im Ort. Hier hätten Tierärzte über 6.000 Stück Geflügel untersucht und keinerlei Krankheiten entdeckt. Am Sonntag werde der ungarische Premier Ferenc Gyurcsany in Nagybaracska erwartet. Auf dem Speiseplan des Mittagstisches steht Hühnergulasch, erklärte der Bürgermeister.

Weiterer Infektionsherd in Rumänien
Rumänien hat einen weiteren Ausbruch von Vogelgrippe gemeldet. Damit gibt es dort derzeit den Nachweis von sechs aktuellen Infektionsherden des gefährlichen Vogelgrippevirus H5N1, teilte das Landwirtschaftsministerium am Freitag mit. Von den sechs neueren Herden liegen fünf in der Nähe des Donaudeltas und der Schwarzmeerküste und einer an der bulgarischen Grenze im Süden des Landes. In zwei weiteren Orten in Ostrumänien herrscht Verdacht auf Vogelgrippe.

Erster Vogelgrippe-Fall in Frankreich bestätigt
In Frankreich ist der erste Fall von Vogelgrippe bestätigt worden. Bei einer toten Ente wurde ein Virus des Typs H5 nachgewiesen, wahrscheinlich handelt es sich sogar um den gefährlichen Typ H5N1, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte. Letzte Gewissheit gab es dazu noch nicht. Die Ente wurde im Südosten Frankreichs gefunden.

H5N1 auch in Ägypten
In Ägypten haben Ärzte erstmals das H5N1-Virus nachgewiesen. Ein Arzt des Gesundheitsministeriums bestätigte in Kairo, das Virus sei bei Labortests in Tieren aus verschiedenen Provinzen gefunden worden.

In der Provinz Minia seien zudem zwei Männer, die auf Bauernhöfen arbeiteten, mit Verdacht auf Vogelgrippe ins Krankenhaus gebracht worden. Die Untersuchung der Männer, die unter Quarantäne stünden, sei noch nicht abgeschlossen. Das Ministerium rief den "medizinischen Notstand" aus.

Die meisten der untersuchten Proben stammten nach Angaben des Beamten aus dem Großraum Kairo, wo 17 Millionen Menschen leben. In Kairo leben Hühner oft direkt mit den Menschen zusammen auf Hausdächern oder in Hinterhöfen. Einige Ägypter, die in den Vororten der Hauptstadt leben, züchten dort auch Tauben.

Niederlande drängen auf Impfungen
Die niederländische Regierung will von der Europäischen Union eine Erlaubnis zum Impfen von Tieren gegen die Vogelgrippe erhalten. Sie werde zunächst beantragen, dass die Hühner von Hobbyzüchtern geimpft werden können, teilte ein Sprecher des Landwirtschaftsministerium am Freitag mit. Anschließend solle ein Plan für die Freilandhühner kommerzieller Betriebe vorgelegt werden.

Die Regierung in Den Haag hat bereits die ohnehin geplante Stallpflicht vorgezogen. Von Montag an muss alles Federvieh in den Stall. Impfungen hat die EU bisher strikt abgelehnt, weil geimpfte Tiere nicht zu unterscheiden sind von jenen, die sich tatsächlich angesteckt haben, aber noch nicht erkrankt sind.
(apa/red)