Entwarnung in Frankreich: Vogelgrippe-Verdacht bei Frau hat sich nicht bestätigt

Frau erst kürzlich aus der Türkei zurück gekommen Zwei türkische Kinder geheilt aus Spital entlassen

Ein erster Vogelgrippe-Verdachtsfall bei einer Frau in Frankreich hat sich am Sonntag nicht bestätigt. Die 32-Jährige wurde nach einer Türkei-Reise mit Symptomen einer H5N1-Infektion ins Krankenhaus eingewiesen, wie das Gesundheitsministerium in Paris mitteilte. Sowohl ein erster Grippetest als auch ein zweiter Test auf das auch für Menschen gefährliche Vogelgrippe-Virus seien aber negativ verlaufen.

Die Frau kehrte dem Ministerium zufolge am Freitag aus der Türkei zurück und wurde am Samstag mit Grippe-Symptomen und Atembeschwerden in Monpellier in Südfrankreich ins Krankenhaus eingewiesen. Sie sei in der Region Tarsus an der türkischen Mittelmeerküste unterwegs gewesen. Angesichts ihrer Symptome und ihrer vorangegangenen Reise beschloss das Nationale Institut für Gesundheitsschutz, den Fall als mögliche Infektion mit der Vogelgrippe einzustufen.

Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mitteilte, wurden in Frankreich bereits mehrere Dutzend Grippe-Patienten auf Vogelgrippe getestet. Sie alle hätten von der Tierseuche betroffene Regionen besucht. Im vergangenen Jahr war bei drei Einwohnern der zu Frankreich gehörenden Insel La Reunion östlich von Madagaskar ein Verdacht auf eine H5N1-Infektion bekannt geworden, der sich aber nicht bestätigte.

In der Türkei wurden bisher 21 Menschen positiv auf den Erreger der Vogelgrippe getestet, vier Kinder erlagen der Krankheit. Die türkischen Behörden meldeten Ausbrüche der Vogelgrippe bei Geflügel in 26 Provinzen.

Mehrere Grippe-Experten aus den USA besuchten am Sonntag die türkische Stadt Van, in der die vier Kinder starben und wo derzeit vier weitere wegen einer H5N1-Infektion behandelt werden. In den kommenden Tagen sollte das Team nach Aserbaidschan, Georgien und Armenien weiterreisen.

In der Türkei sind zwei Kinder nach einer Infektion mit dem gefährlichen Vogelgrippe-Virus geheilt aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der fünfjährige Muharrem Canal und sein zweijähriger Bruder Iskender konnten zu ihrer Familie in Beypazari zurückkehren.

Die Kinder hatten sich vor zwei Wochen angesteckt, nachdem sie mit Handschuhen gespielt hatten, die ihr Onkel zum Schlachten von infiziertem Geflügel verwendet hatte. Auch bei einem dritten an dem H5N1-Virus erkrankten Kind in der Stadt Van zeigten sich den Angaben zufolge Anzeichen der Besserung. Es sei möglich, dass das Virus auf eine für den Menschen günstige Weise mutiere, sagte ein Mediziner aus dem Krankenhaus von Van.

In Indonesien sind zwei weitere Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Ein 13-jähriges Mädchen und ihr vier Jahre alter Bruder sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in der vergangenen Woche in einem Krankenhaus auf der Insel Java einer H5N1-Infektion erlegen. Das hätten Tests der Weltgesundheitsorganisation bestätigt. Damit sei die Zahl der Todesfälle durch dieses Virus in Indonesien auf 14 gestiegen. Der Vater und eine weitere Schwester der beiden Opfer werden dem Ministerium zufolge noch im Krankenhaus behandelt.

Der EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, Markos Kyprianou, will die Agrarminister der 25 EU-Staaten bei einem Treffen an diesem Montag in Brüssel über die jüngste Entwicklung der Vogelgrippe informieren. Dabei wird es unter anderem um die Ergebnisse der Pekinger Geberkonferenz sowie jene Maßnahmen gehen, die seit dem letzten Agrarrat im Dezember ergriffen wurden. Beschlüsse des Rates zur Vogelgrippe sind nicht vorgesehen.
(apa/red)