Enormer Rückgang bei Euro-Fälschungen: Schaden wurde um 57 Prozent reduziert

7.127 "Blüten" wurden heuer aus Verkehr gezogen

Bei den Euro-Fälschungen hat es im vergangenen Jahr in Österreich einen enormen Rückgang im Vergleich zu 2004 gegeben. 7.127 nachgemachte Banknoten wurden 2005 aus dem Verkehr gezogen, um 47 Prozent weniger als im Jahr davor. Der Schaden ging von nahezu 1,5 Millionen auf 642.925 Euro zurück. Das entspricht einer Reduktion um 57 Prozent. Das gab am Freitag die Nationalbank in Wien bekannt.

Die Zahl der aus dem Umlauf gezogenen Fälschungen ist nun wieder ungefähr gleich wie jene von 2003. Der Rückgang im Vergleich zu 2004 ist umso bemerkenswerter, als die Zahl der in Umlauf befindlichen Banknoten gestiegen ist. Die Nationalbank hat, wie Direktor Stefan Augustin bei einer Pressekonferenz sagte, im vergangenen Jahr 947 Millionen Banknoten ausgeliefert, um 18,7 Prozent mehr als 2004.

Bei der Sicherstellung von Falschgeld, das noch nicht im Verkehr war, gab es einen beträchtlichen Zuwachs: 4.771 Stück wurden beschlagnahmt, 2004 waren es 1.170. Das bedeutet ein Plus von 308 Prozent, wie Erich Zwettler vom Bundeskriminalamt sagte.

Die Fachleute führen das gute Ergebnis auf mehrere Ursachen zurück. Wesentlich sei, dass die Bevölkerung in Österreich sehr gut über die Sicherheitsmerkmale der Banknoten informiert sei. Die Kooperation der Sicherheitsbehörden mit den Strafverfolgungsbehörden im Ausland - vor allem in Südosteuropa - wird immer besser. Und die Strafen für Geldfälscher sind so "geschmalzen", dass manch einer vielleicht das Risiko scheut. Laut dem Wiener Staatsanwalt Georg Krakow wurde zum Beispiel ein Österreicher, der 40 "Blüten" übernommen hatte, zu einem Jahr Haft verurteilt und ein bulgarisches Mitglied eines Fälscherrings fasste für 53 Stück vier Jahre aus.

In Litauen und Bulgarien, den Ländern, aus denen für den österreichischen "Markt" relevante "Blüten"-Mengen kamen, wurden zwei Produktionsstätten ausgehoben. In Bulgarien wurde ein Fälscherring zerschlagen, dessen Chef im April in Wien mit Hilfe eines falschen Anwalts aus der U-Haft geflüchtet war. Er wurde in Bulgarien verhaftet und soll im Februar an Österreich ausgeliefert werden. Aus dem baltischen Staat kamen vor allem gefälschte Hunderter. Nach der Zerschlagung eines Fälscherrings im Sommer stockte der Nachschub, was sich bereits in der Bilanz der zweiten Jahreshälfte niederschlug: Waren in den ersten sechs Monaten 2005 noch 20,2 Prozent der aus dem Umlauf geholten Fälschungen Hunderter, sank der Anteil danach auf 17,8 Prozent.

Die meistgefälschte Banknote - jede zweite - war jedoch der Fünfziger, gefolgt vom Hunderter, Zweihunderter und Zwanziger. Nur 3,4 Prozent der "Blüten" waren Fünfhunderter. Unter die Leute gebracht werden die Imitationen vor allem im Einzelhandel, etwa Trafiken oder Tankstellen, wo Kunden sich nur kurz an der Kassa aufhalten und keine Verkaufsgespräche stattfinden. Regionaler Schwerpunkt blieb Ostösterreich.
(apa)