Enge Todesfalle: Jeder 25. Unfall auf Österreichs Autobahnen passiert im Tunnel

VCÖ fordert: Section Control erhöht Sicherheit Bau einer zweiten Röhre bringt nur mehr Verkehr

Tunnelunfälle auf Österreichs Autobahnen haben heuer bereits drei Todesopfer gefordert, zwei davon am vergangenen Wochenende. Eine Untersuchung des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zeigt, dass jeder 25. Unfall auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen in einem Tunnel passiert. Der VCÖ forderte Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit: So soll jeder Tunnel, der länger als 500 Meter ist, mit einer Section Control ausgestattet.

In den Jahren 2003 und 2004 ereigneten sich 233 Verkehrsunfälle in Autobahn- bzw. Schnellstraßentunnels, 378 Personen wurden verletzt, dreizehn kamen ums Leben. "Im Durchschnitt ereignet sich jeden dritten Tag auf Autobahnen und Schnellstraßen ein Verkehrsunfall in einem Tunnel. Verkehrsunfälle in Tunnel sind meist schwerer, der Anteil an Schwerverletzten ist höher", betonte Wolfgang Rauh vom VCÖ.

Nach Unfällen in einröhrigen Tunnel wird immer der Ruf nach einer zweiten Röhre laut. Damit würde laut VCÖ aber nicht unbedingt die Sicherheit zunehmen. Rauh: "Mit dem Bau einer zweiten Röhre wird zusätzlicher Verkehr erzeugt." Eine Studie über die Sicherheit in Schweizer Tunnel zeigt, dass viele zweiröhrige Tunnel auch pro Million Fahrzeugkilometer doppelt so viele Unfälle aufweisen wie der einröhrige St. Gotthard Tunnel. (apa/red)