Ende der Spielzeit: 2006 könnte für Pay-
TV-Sender Premiere zum Desaster werden

FORMAT: Rechte für Austro-Liga verlieren an Wert Rechte für deutsche Bundesliga gingen verloren

2005 war das erfolgreichste Jahr der Geschichte, 2006 könnte zum Desaster werden: Premiere hat die deutsche Bundesliga verloren, die Rechte für die österreichische Liga verlieren an Wert.

Wenn am nächsten Wochenende die deutsche Fußball-Bundesliga ihre Frühjahrssaison beginnt, dann wird das für Premiere-Chef Georg Kofler einen bitteren Beigeschmack haben: Genau 17 Runden wird sein Pay-TV-Sender dann noch deutschen Bundesligafußball übertragen dürfen. Denn nach dieser Spielzeit ist für Premiere Schluss mit Bundesligafußball, der Pay-TV-Kanal Koflers hat im Lizenzpoker um die TV-Rechte gegen die deutschen Kabelbetreiber verloren, die ab kommenden Herbst ein eigenes Pay-TV-Paket anbieten wollen.

Nachdem 2005 für Premiere das beste Geschäftsjahr aller Zeiten war und der Sender, der nach dem Zusammenbruch des Kirch-Reiches beinahe bankrott war, sogar Gewinne einfuhr, steht Kofler nun vor einer gewaltigen Herausforderung: Zwar sagt Premiere selbst, dass nur rund 10 Prozent der 3,5 Millionen Abonnenten das Fußballangebot nutzen - in Wirklichkeit dürfte die Zahl aber deutlich höher sein. Selbst die deutschen Kabelbetreiber, die nun Fußball senden wollen und noch gar kein anderes Programmangebot haben, rechnen derzeit mit vom Start weg 400.000 Kunden.

Wie will Premiere den Verlust der Fußballrechte also wettmachen? Oder gibt es für Premiere doch noch eine Chance, deutschen Fußball zu zeigen? Im Moment haben selbst die Premiere-Verantwortlichen keine Lösung gefunden.

Auch in Österreich kommen auf den Bezahlsender wohl schwere Zeiten zu. Nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs darf nämlich der ORF ab sofort 90 Sekunden jedes Bundesligaspiels sofort nach Abpfiff der Partie zeigen - zum Schnäppchenpreis von 1.000 Euro die Sendeminute. Premiere hat zwar bis Sommer 2007 noch die Rechte an den Livepartien, wenn aber der ORF sofort im Anschluss die wichtigsten Spielszenen im Free-TV zeigen darf, dann ist die Exklusivität für Premiere nicht mehr so hoch wie jetzt - und die Rechte an den Livebegegnungen sind wohl auch keine 14 Millionen Euro pro Saison mehr wert, die Premiere noch vor einem Jahr gezahlt hat. Der aktuelle Partner ATVplus darf nämlich die Zusammenfassungen der Begegnungen erst nach 22 Uhr zeigen.

Und darum ist vor allem ATVplus vom Richterspruch betroffen. Das Bundesligapaket, das ATVplus vor einem Jahr um kolportierte 1,5 Millionen Euro von Premiere erworben hat, wäre nach dem Spruch "nichts mehr wert", sagt ATVplus-Chef Franz Prenner heute.

Intern arbeiten Premiere und ATVplus derzeit an einer Strategie, wie man den ORF doch noch ausbremsen könnte. Ziemlich fix dürfte sein, dass ATVplus seine Spielzusammenfassung deutlich vor 22 Uhr zeigen darf, um den ORF mit längeren Matchberichten zur gleichen Zeit auszustechen.

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