Elite-Uni in Gugging: Österreichische Auslands-Forscher fordern Überdenken

Großes Erstaunen über "voreilig gefassten Beschluss" Scharfe Kritik in offenen Brief an Ministerin Gehrer

In einem offenen Brief an Bildungsministerin Elisabeth Gehrer appellieren 39 im Ausland tätige österreichische Wissenschafter, die bereits gefassten Pläne zur Einrichtung einer Elite-Uni in Maria Gugging (NÖ) "jenseits von Parteiräson und tagespolitischer Pragmatik, in demokratisch offener Weise unter Mitwirkung von Fachleuten zu überdenken". Die Forscher hätten "mit Erstaunen den voreilig gefassten Beschluss zur Kenntnis nehmen müssen", das "Austrian Institute for Advanced Science and Technology" (AIAST) in Maria Gugging anzusiedeln, heißt es in dem von Christian Forst (Los Alamos National Laboratory) versendeten Schreiben.

Grundsätzlich begrüßen die vorwiegend in den USA und Kanada tätigen Auslands-Österreicher die Initiative, ein Spitzenforschungsinstitut und Graduiertenkolleg in Österreich zu gründen. Die Gründung eines solchen Institutes verlange aber nicht nur detaillierte Planung, sondern auch ein exzellentes Umfeld - ein Umfeld welches attraktiv genug sein muss, internationale Kapazitäten anzuziehen, heißt es in dem Brief. Für ein kleines Land wie Österreich sei aber auch der Konsens aller beteiligten Interessengruppen und Parteien essenziell. "Kurzfristige politische Motivationen führen nur zur Brüskierung der involvierten Experten und zu einem für alle suboptimalen Ergebnis."

Nach Ansicht der Wissenschafter muss eine erfolgreiche Initiative auf vorhandenen Ressourcen und Möglichkeiten aufbauen. Sie empfehlen daher ein Modell, das bestehende Forschungsinstitute in Österreich stärker miteinbezieht. "Eine erfolgreiche Spitzeninstitution ist nur möglich, wenn sie auch von Forschern in Österreich unterstützt wird und auf keinen Fall in budgetärer Konkurrenz zu existierenden Instituten steht, sondern eine zusätzliche Möglichkeit der internationalen Konkurrenzfähigkeit eröffnet", heißt es in dem Schreiben. (apa/red)