Elektronische Fußfessel statt Knast: GPS- Handy und Software überwachen Straftäter

Pilotversuch mit 'ELFE' startet jetzt in Oberösterreich Ende Mai wird Projekt auf Wien und Graz ausgedehnt

Elektronische Fußfessel statt Knast: GPS- Handy und Software überwachen Straftäter © Bild: APA/Haid

Ab sofort können sich Häftlinge den Knastaufenthalt sparen. Möglich wird dies durch den Einsatz elektronischer Fußfesseln. Ein Pilotprojekt startet jetzt in Oberösterreich. "ELFE" werden die elektronischen Fesseln vom Österreichischen Wachdienst (ÖWD) genannt. Es handelt sich dabei um ein Band mit einem kleinen Sender, der über ein GPS-Mobiltelefon mit dem Überwachungs-Programm in einem Zentralcomputer kommuniziert.

Mit der Fußfessel bedingt entlassen werden kann, wer über eine geeignete Unterkunft verfügt und einer "sinnvollen Tagesbeschäftigung" (z.B. Job oder Ausbildung) nachgehen kann. Für die Entscheidung ist, wie generell bei bedingten Entlassungen, das Gericht zuständig. Pro Fall können maximal sechs Monate ELFE verfügt werden.

Ortung mit GPS-Handy
Ob der Häftling die Vorgaben der Bewährungshilfe einhält, wird mit einem elektronischen System überwacht. Geortet wird der Aufenthaltsort des ELFE-Trägers über ein GPS-Handy. Das Handy überprüft alle 17 Sekunden die Anwesenheit des Senders. Sollte sich der Überwachte des Fußbandes entledigen oder das Signal unterdrücken, kann man über das Handy rasch seinen letzten Aufenthaltsort feststellen - und wenn nötig sofort die Fahndung im Umkreis aufnehmen.

Geringere Kosten
Der Feldversuch für den Einsatz bei bedingten Entlassungen wurde jetzt in Oberösterreich mit zwei Häftlingen gestartet, die schon bisher Freigänger waren. Ende Mai soll das Projekt auf Wien und Graz ausgedehnt werden; man rechnet mit zwischen 100 und 200 Fällen. Als Argumente für das neue System werden die Resozialisierung und auch die Kosten genannt. 25 Euro pro Tag kostet laut Ministerium ein ELFE-Träger, 80 bis 100 Euro ein Haftplatz. (APA/red)