Einst Luxuswohnung, jetzt Gedenkstätte:
"Mozarthaus Vienna" seit heute neueröffnet

Das exklusivste Domizil Mozarts nun in neuer Pracht

Einst Luxuswohnung, jetzt Gedenkstätte:
"Mozarthaus Vienna" seit heute neueröffnet

1781 ist der in Salzburg geborene Komponist Wolfgang Mozart nach Wien übersiedelt und hat dort mit einigen Unterbrechungen bis zu seinem Tod im Jahr 1791 gelebt - in 14 verschiedenen Wohnungen. Den wohl bedeutendsten dieser Wohnsitze gibt es noch immer: Es ist ein fünfgeschoßiger Bau in der Domgasse. Das einst "Figarohaus" genannte Gebäude wurde in den vergangenen Monaten umfassend restauriert und am Donnerstag als "Mozarthaus Vienna" wiedereröffnet.

Ohne Zweifel war das Haus in unmittelbarer Nähe des Stephansdoms das exklusivste Domizil, das Mozart in Wien bewohnt hat. In einer Zeit der großen Erfolge, in denen er sich die Gunst des Publikums und vor allem des einflussreichen Adels sichern konnte, war es möglich, eine derart teure Wohnung zu erhalten. Mozart lebte mit seiner Frau Constanze und Sohn Carl Thomas von Ende September 1784 bis Ende April 1787 in der Beletage des "Camesinahauses", das nach einem früheren Besitzer benannt war.

Meisterliche Inspirationsstätte...
Steueraufzeichnungen verdanken die Historiker eine relativ genaue Beschreibung der noblen Bleibe: "Vier Zimmer, 2 Kabinet, Küche, Boden, Keller, 2 Holzgewölber." In dieser Wohnung, für die 450 Gulden Jahresmiete zu entrichten waren, entstanden mehr Werke als an jedem anderen Wiener Aufenthaltsort des Komponisten. Das mit Abstand berühmteste davon ist wohl die am 1. Mai 1786 uraufgeführte Oper "Le Nozze di Figaro" (Die Hochzeit des Figaro, KV 492). Außerdem komponierte Mozart in der Domgasse die Musik zu "Der Schauspieldirektor" (KV 486). In die selbe Schaffensperiode fallen auch wichtige Klavierkonzerte, die Vertonung des Goethe-Gedichtes "Das Veilchen" (KV 476) und die Joseph Haydn gewidmeten Streichquartette.

... zu stürmischen Zeiten
Das Leben der Mozarts dürfte in diesen Jahren eher hektisch bis turbulent verlaufen sein. Konzerte, Empfänge, Billardspiele, Besuche von Schülern und ähnliche Aktivitäten wechselten sich ab. Mozarts Vater Leopold, der im Jahr 1785 beim Sohn zu Besuch war, gab von der Situation einen anschaulichen Bericht. In einem Brief nach Salzburg schrieb er: "Wir kommen vor 1 uhr in der Nacht niemals schlafen, stehn niemals vor 9 uhr auf, um 2 halbe 3 zum Essen. (...) tägliche Akademie, immer Lernen, Musik, schreiben etc. wo soll ich hingehen?" Weil sie zur Uraufführung des "Don Giovanni" nach Prag reisten, zog die Familie Mozart schließlich aus der Wohnung aus. Nach ihrer Rückkehr ließen sie sich in einer weniger repräsentativen Umgebung nieder - nämlich in der Vorstadt im heutigen dritten Bezirk. (APA)