Nicht nur das Vermögen, sondern auch die Einkommen sind in Österreich sehr ungleich verteilt. Eine Arbeiterkammer-Studie hat nun analysiert, wie sich die heimischen Gehälter zwischen 1995 und 2010 entwickelt haben. Die auffälligste Erkenntnis: Die Reichen werden reicher und die Armen ärmer. Doch damit nicht genug. Wer wenig verdient ist auch von der Inflation stärker betroffen, da sie bei Gütern des täglichen Bedarfs besonders hoch ist.
Im Detail: Zwischen 1995 und 2010 konnten die 20 Prozent der Top-Verdiener ihren Anteil am Volkseinkommen noch weiter, von 44,4 auf nunmehr 47,4 Prozent, steigern. Auch die nächsten 20 Prozent durften sich noch über einen leichten Zugewinn von 24,1 auf 24,6 Prozent freuen. Die 60 Prozent darunter, somit mehr als die Hälfte der Bevölkerung, haben hingegen allesamt verloren. Sogar das unterste Fünftel musste einen weiteren Rückgang, von ohnehin schon minimalen 2,9 auf jetzt nur mehr 2 Prozent, hinnehmen.
Reiche verdienen so viel wie zehn Arme
Am stärksten war die Steigerung der Einkommen aber bei den Top 5 Prozent, die nunmehr fast ein Fünftel aller Einkommen auf sich vereinen können. Zum Vergleich: 1994 waren es erst 17,7 Prozent gewesen. Damit verdient diese Gruppe fast so viel, wie die untere Hälfte der Einkommensbezieher. Oder anders gesagt: Ein Reicher hat so viel Einkommen wie zehn Arme.
Auch innerhalb der Betriebe hat sich die Gewichtung der Einkommen weiter verschoben. Nach Berechnung der Arbeiterkammer verdiente der Vorstand eines im heimischen Börsenindex ATX gelisteten Unternehmens 48-mal so viel wie ein durchschnittlicher Arbeitnehmer im Land.
Mehr Geld für Alkohol als für Bildung
Doch wie geben wir unser Einkommen aus? Am meisten wird wenig überraschend für Wohnen, Wasser und Energie aufgewendet. Immerhin 23,8 Prozent unseres Einkommens benötigen wir dafür. Am wenigsten wird hingegen für Erziehung und Unterricht verwendet. Wobei sich der Anteil immerhin von 0,8 auf 1 Prozent gesteigert hat. Deutlich mehr ist uns Alkohol wert, nämlich 2,4 Prozent.
Auffällig ist, dass ärmere Menschen deutlich mehr Anteil ihres Einkommens für die Befriedigung von Grundbedürfnissen aufwenden müssen, als besser gestellte. Die Ärmeren brauchen beispielsweise 28,4 Prozent fürs Wohnen, die Mittelschicht nur mehr 24,3 Prozent. Auch bei den Nahrungsmitteln fällt der Anteil von 14,3 auf dann nur mehr 12,3 Prozent. Genau umgekehrt verhält es sich beim Verkehr. Die Ärmsten haben meist kein Auto, die Wohlhabenderen aber schon. Erstere brauchen deshalb nur 11,8 Prozent dafür, Reichere hingegen schon 14,3.
Arme haben weniger Geld als vor 8 Jahren
Die Inflation wirkt sich auf die Ärmeren ebenfalls überproportional aus, da bei Nahrungsmitteln und im Bereich des Wohnens die Preissteigerung am höchsten ist. Sich somit jede Preissteigerung besonderes dramatisch auf die Ärmsten auswirkt. Zwischen 2005 und 2010 stiegen die Einkommen der ärmsten 20 Prozent nur um 10,2 Prozent. Die Inflation für diese Gruppe lag aber bei 10,7 Prozent. Deshalb haben sie heute real weniger Geld zur Verfügung als 2004. Anders sieht das bei den mittleren Einkommen aus. Dort gibt es zwar auch keine massive Preissteigerung, aber doch auch real 4,6 Prozent mehr Geld als 2004.
Weiterführender Link:
AK-Studie: Verteilungspolitik
Kommentare
Hauptsache unsere Politiker von ganz oben bis zu den Bürgermeistern füllen sich die Taschen.Könige dabei sind der Präsident und seine Minister samt den Parteien und ihren Funktionären.Mott: Alles für diese Personen aus dem Sack des Arbeiters und angestellten und den armseligen Brieftaschen der kleinen Pensionisten ASVG:
Es wird nur über die Armen geschrieben, das ist sehr einseitig.
Die Akademikereinstiegsgehälter sind in Österreich auf demselben Nominalniveau wie Mitte der 90er. Die meisten Arbeitnehmer haben seit mehr als 10 Jahren keine reale Einkommenssteigerung mehr gesehen, da Ihnen die Inflation und die Steuerprogression nominale
Steuererhöhungen quasi aufgefressen hat. Das trifft nicht nur die Armen.
Ein durchschnittlicher Vorstand eines ATX-Unternehmens verdient in Österreich ca. 48 mal so viel wie ein durchschnittlicher Arbeitnehmer.
Ein durchschnittlicher Vorstand eines US-gelisteteten Unternehmens verdient mehr als 400 mal so viel wie ein durchschnittlicher Arbeitnehmer. Just for info.
Die viel zitierten Reichen (5 % der TOP-Verdiener) zahlen über 50 % der Einkommenssteuer in Österreich, da rund ein Drittel der Wenig bis fast Gar-Nichts-Verdiener keine Einkommenssteuer mehr zahlen.
Die Definition "reich" über das Einkommen macht wenig Sinn, entscheidend sind die Kapitalerträge und Spekulationsgewinne vom Vermögen und die werden seit 2012 sowieso mit 25 % wie die KESt
besteuert
tja naja es geht wohl um zielerreichung (ich finds am coolsten die kranken und irren konzepte der wirtschaft bzw auch psychologen auf leute anzuwenden und sehen was herauskommt): mehr als 75% erreichen nicht... daher wohl dieser terror notwendig... ich mag das nicht!
Re: tja also ich meine mehr als 75% der personen oesterreichs erreichen ihre ziele nicht, da kann man nicht mehr von einer ungleichen verteilung sprechen, nur wenn man ein industriekonzern ist der eine zeitung macht...
für alle anti-statistiker die überschrift stimmt mit der aussage der studie der AK nicht überein.
1) der begriff "ungleiche verteilung"...ungleich in raltion zu was?...ist eine absolute gleichverteilung das ideal?...verglichen mit anderen Ländern sind wir viel gleicher verteilt
2) ob arme ärmer und/oder reiche reicher werden ist und kann nicht genau definiert werden (mit den angeführten zahlen)...vlt wurden beide reicher und die reichen einfach nur mehr?...dadurch würde sich natürlich auch deren anteil erhöhen (und nur darauf wird bezug genommen)
3) warum wurde immer von den letzten 15 jahren gesprochen und bei der inflation auf einmal nur von 5?
4) es ist auch logisch, dass der anteil für grundbedürfnis für arme höherer ist als bei reichen...aber wie hat sich dieser anteil am einkommen verändert?
Re: für alle anti-statistiker so wie es in diesen artikel beschrieben wird, wirkt es ziemlich manipuliert um ja eine populistische aussage treffen zu können...
zwar kann ich auch nicht das gegeteil behaupten (das will ich auch nicht)...trotzdem wollt ich nur ein PAAR (mir sind da eigentlich noch mehr punkte aufgefallen) merkwürdige Punkte hervorheben.
Vlt sollte jeder mal über die Zahlen nachdenken und diese dann selber interpretieren...
Re: für alle anti-statistiker Du kannst zwar den Artikel auseinanderpflücken und die Statistiken drehen - aber dein \'Vielleicht wurden beide Reicher\' hat all deine Aussagen ins lächerliche gezogen.
Dass das Durchschnittseinkommen einer Familie schon seit Mitte der 1980er Jahre sinkt ist jedem inzwischen klar. Wo früher 1 Verdiener eine Familie mit 2 Kindern ernähren konnte, reicht heute das Einkommen von 2 Eltern nicht aus um den selben Lebensstandard zu erhalten. Wir reden hier von Dingen wie Urlaub, Restaurantbesuche, Ausflüge, Sport (Skifahren) - das ist doch so gut wie alles gestorben für Personen die nicht der gut verdienenden Schicht angehören.
Zu Punkt 4) Der Anteil hat sich für die untere Schicht in den Jahren 2005-2010 um 10,7 % erhöht, für die reicheren nur um 10.1% (AK Studie Seite 134 bitte lesen)
Re: für alle anti-statistiker du verstehst meine aussage nicht....ich hab nicht gesagt, dass beide reicher geworden sind, aber das es laut den angeführten zahlen der fall sein könnte (damit wollte ich die schlechte intepretation zeigen und keine volkswirtschaftliche entwicklung beschreiben)
und woher weiß man das, dass man sich weniger leisten kann?...1980 gab es nicht einmal die gleichen produkte wie heute...kein internet, kaum computer in haushalten, keine handysweniger fernseher, weniger autos usw...dadruch sind ausgaben hinzu gekommen, was es sehr schwer vergleichbar macht, aber wohl man auch für einen generellen wohlstandsanstieg sehen kann...Sie aber scheinbar nicht
Re: für alle anti-statistiker meinen punkt 4 haben Sie scheinbar nicht ganz verstanden (bitte nochmal lesen)...die verwiese seite beschreibt was anderes. Ich wollte den anteil der ausgaben für grundbedürfnisse wissen...
und es tut mir leid, aber ich hab nicht vor die ganze studie zu lesen...
ich wiederhole...es ging mir um die interpretation der zahlen in diesen artikel...das wars
Das Steuersystem ist grundlegend falsch Der wesentlichste Anteil von unseren Steuersystem, Einkommenssteuer, MWST und Abgaben zur Sozialversicherung basieren auf der Ermittlung von Gewinnen basierend auf betriblichen Ausgaben. Ein extremes Feld der Manipulation, der legalen Lügen, des an die Grenze des steuerlich erlaubten gehen.
Dieses System ist gescheitert, konnte nur scheitern. Wir müssen es ersetzen durch ein Steuersystem, welches auf der Nutzung von Ressourcen beruht.
Hier meine Key Note von 2010 beim WEIS - World Emerging Industries Summit in Changchun
http://politik.pege.org/2010-china/key-note.htm
Das sind die Folgen der Globalisierung - und es wird bestimmt noch schlimmer! Wer immer in Ländern der "zweiten" und "dritten" Welt war, weiß dass dort die Unterschiede zwischen Unterschicht und Oberschicht viel größer sind als bei uns. Durch die Globalisierung kommt das auch zu uns. Jeder freut sich wenn er ein Shirt um 5 Euro oder einen Flat-TV um 250 Euro kaufen kann. Das geht nur weil Arbeiter Billigstlöhne erhalten. Und auch in Europa wird langfristig gelten - niedriges Einkommen oder arbeitslos. Noch gleichen europäische Staaten niedrige Einkommen mit Sozialleistungen aus. Auch das hat ein Ablaufdatum, den Staaten in Europa geht das Geld aus. Wenn man die Verarmung in Europa stoppen will gibts nur einen Weg: Grenzen dicht machen für Fernostprodukte! Im Sinne eines gerechten Lohns müssen wir auch bereit sein mehr zu zahlen, nicht nur für Lebensmittel!
Re: Das sind die Folgen der Globalisierung - und es wird bestimmt noch schlimmer die logik hab ich nicht...
wenn die produktion dann wieder in österreich bzw europa wäre, würden nicht nur die einkommen sondern auch die kosten für die produkte steigen?...das würde ja dann nichts bringen oder?
und viele produkten können wir hier garnicht produzieren...was wäre dann damit?
Selbstverständlich würden dann auch die Preise steigen Ich halte es aber nicht für sinnvoll, dass Jene denen es gut weil sie einen Job haben sich alle zwei Jahre den neuesten Fernseher kaufen - kostet ja fast nichts! Damit fördern wir Arbeitsplätze in China, unsere eigenen Leute sind arbeitslos und werden sich früher oder später auch den billigen Fernseher aus China nicht mehr leisten können, weil auch die Arbeitslosengelder sinken werden - siehe Griechenland! In der Landwirtschaft wird andauernd nach leistungsgerechten Preisen geschrien. Was für Lebensmittel gilt muß auch für alles andere gelten! Wenn die Produkte teurer werden wird halt weniger gekauft, das macht nichts wenn diese Produkte dann dafür aus Österreich statt aus China kommen. Ein Handy kann man mindestens 5 Jahre verwenden, ein T-Shirt guter Qualität ebenso!
Re: Das sind die Folgen der Globalisierung - und es wird bestimmt noch schlimmer ich zweifle nur stark daran, dass wir die produkte überhaupt selber produzieren können...das von ihnen genannte beispiel wäre so ein fall...welcher fernseher kommt heute noch aus dem "westen"...haben wir überhaupt das know-how diese qualität zu produzieren (es ist nicht alles nur billig-ware was aus asien kommt)
aber auch bei den billigen sachen...würden wir die quantität erreichen um alle bedürfnisse bei uns zu decken?
ein anderes beispiel von ihnen - das t-shirt - wird oft deswegen neu gekauft weil es aus der mode kommt und nicht wegen geringer qualität
Somit wären viele gezwungen ihren lebensstil zu ändern nur damit österreicher statt einem chinesen einen job hat...ob das wirklich gewollt ist?
Die Frage wird immer sein - wo stehen sie gerade selbst? Gehören sie zur begüterten Elite die sich immer die neuesten technischen Gadgets kaufen kann und immer die neueste Mode trägt? Dann wird es ihnen ziemlich egal sein ob Österreich 200.000 oder 500.000 Arbeitslose hat.
Oder gehören sie zu jenen die die Mode ganz bestimmt nicht berührt, die das Geld zusammenkratzen müssen um jene Kleidungsstücke zu ergänzen die sich inzwischen auflösen.
Und damit sind wir wieder am Anfang der Geschichte.
Ich weiß, dass es Österreich immer noch viel zu gut geht um ernsthaft meinen Gedanken zu folgen. Möge es möglichst lange so bleiben!
Re: Das sind die Folgen der Globalisierung - und es wird bestimmt noch schlimmer wie persönlich Sie das gleich nehmen
ich hab ihren "plan" nur kritisch hinterfragt, da dieser für mich noch ein paar lücken/schwächen aufzeigt...
es geht nicht darum wie gut es mir geht oder nicht...ist es nicht so das doch viele österreicher nach der neuesten mode gehen?...Sie tun es scheinbar nicht und wollen nun, dass auch andere das teilen...ich halte das für sehr intolerant
und das es nicht allen wie im schlaraffenland gehen kann ist auch klar...zu leicht kann und darf es auch nicht sein
es tut mir leid, aber in meinen Augen wirken Sie wie jeder gieriger "Bankster", Superreiche oder sonst jemand der in verruf geraten ist...Sie wollen einfach auch ein größes stück vom kuchen...die allgemeinheit ist einfach nur ein alibie