Drohung mit Sprengstoff: Deutscher nach Geiselnahme von Spezialkräften überwältigt

44-Jähriger hielt drei Bekannte drei Stunden fest

Nach einer dreistündigen Geiselnahme ist Dienstag früh ein 44-Jähriger im niederbayerischen Regen von einem Sondereinsatzkommando der Polizei überwältigt und festgenommen worden. Der Mann hatte zuvor drei Bekannte in seiner Wohnung festgehalten und mit einer Sprengstoffexplosion gedroht. Als der Mann die Geiseln gehen ließ, drangen die Beamten in die Wohnung ein. Der Mann sei von einem speziell ausgebildeten Polizeihund außer Gefecht gesetzt worden, berichtete ein Polizeisprecher.

Die Geiselnahme begann, als am späten Montagabend Polizisten bei dem 44-Jährigen klingelten. Die Beamten wollten ihn befragen, weil gegen den Mann Ermittlungen wegen eines Sexualdeliktes in Nordrhein-Westfalen laufen. Als der Regener die Polizisten sah, schlug er die Tür zu und rief: "Ich habe drei Geiseln." In der Wohnung waren noch ein 36-jähriger Mann, dessen ein Jahr ältere Freundin und ein 40 Jahre alter Bekannter des Geiselnehmers.

Rund drei Stunden lang hielt der Mann, der erst im Dezember nach Verbüßung einer Haftstrafe wegen Drogendelikten aus dem Gefängnis entlassen wurde, die drei Besucher fest. Dann ließ er sie gehen. Gegenüber den Polizisten vor dem Haus drohte er zunächst damit, eine entsicherte Handgranate zu besitzen. Später sagte er, dass er in einem Rucksack ein Sprengstoffgemisch aus Düngemitteln habe.

Knapp sechs Stunden nach Beginn der Geiselnahme stürmten Spezialkräfte die Wohnung. Als die Beamten die Tür aufbrachen, hielt der Mann ein Messer in der Hand. Von einem Diensthund, der den 44-Jährigen in den Arm Biss, wurde der Täter überwältigt. Wegen der Bisswunde musste er in einem Krankenhaus behandelt werden. Bei einer ersten Durchsuchung der Wohnung wurde kein Sprengstoff entdeckt.

(apa)