Dritter Prozesstag im Fall Luca: Ex-Freund
der Angeklagten bestreitet Tat neuerlich

Niederösterreicher: "Ich wollte sie nur entlasten" Schlussplädoyers und Urteile für 25. Mai geplant

Dritter Prozesstag im Fall Luca: Ex-Freund 
 der Angeklagten bestreitet Tat neuerlich © Bild: ORF/ZIB

Im Prozess gegen die leibliche Mutter des zu Tode misshandelten Kleinkindes Luca und eine Sozialarbeiterin hat am dritten Verhandlungstag die mit Spannung erwartete Einvernahme des Ex-Lebensgefährten der Tirolerin stattgefunden. Der Mann war bereits wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen mit Todesfolge nicht rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Der Mann wurde gleich von sechs Justizwachebeamten in den Gerichtssaal begleitet. Die 24-jährige Angeklagte hatte zuvor den Gerichtssaal verlassen. Der Niederösterreicher sagte ruhig und emotionslos aus und bestritt neuerlich die Tat. Weder den linken Unterarmbruch von Luca noch die blauen Flecken und die Serienrippenbrüche könne er sich erklären. Er habe damit nichts zu tun.

Bestreitet sexuellen Missbrauch
Zudem habe seine ehemalige Lebensgefährtin gesagt, "wenn der Luca einmal weg ist, wolle sie sofort ein neues Baby". Deuten habe er die Aussage nicht können. Auf die Frage des Richters, ob er den Buben sexuell missbraucht habe, sagte der Verurteilte "nein". Er sei mit den zwei Kindern kaum allein gewesen.

"Ich wollte sie entlasten"
"Ich wollte sie (Angeklagte, Anm.) entlasten", führte der Niederösterreicher aus. Erst während seiner Untersuchungshaft habe er erstmals über den Verdacht des sexuellen Missbrauchs erfahren. Menschen, die so was tun, "seien krank und gehörten bis zum Tag ihres Todes weggesperrt", meinte er auf die Frage des Richters. Mit gesenktem Kopf verfolgte der Vater von Luca die Einvernahme des Verurteilten.

Im vergangenen September war der damals 24-jährige ehemalige Lebensgefährte der Kindesmutter - nicht rechtskräftig - zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verurteilt worden. Für den 25. Mai sind die Schlussplädoyers sowie die Urteile geplant, sagte Richter Andreas Mair.(apa/red)