Drei Tote bei einem Amoklauf in Madrid: Der Schütze fühlte sich ungerecht behandelt

Täter wurde angeblich von Kollegen schikaniert

Ein Amokläufer hat in Madrid am Montagabend zwei Menschen getötet und einen dritten schwer verletzt, ehe er sich selbst richtete. Der ehemalige Wachmann sei mit einem Gewehr in die Hauptpost gestürmt und habe wahllos auf seine früheren Kollegen gefeuert, teilte die Polizei am Dienstag mit. Der 35-Jährige habe zwei von ihnen erschossen, eine Kollegin lebensgefährlich verletzt und sich das Leben genommen. Das Motiv könnte Rache sein.

Der Täter, ein begeisterter Hobby-Jäger, hatte sich Presseberichten zufolge bei der Leitung der Wachfirma darüber beschwert, von seinen Kollegen schikaniert zu werden. Er hatte deshalb auch Anzeige erstattet. Der 35-Jährige, der erst im November eingestellt worden war, habe nach einem Gespräch mit seinem Arbeitgeber nach nur fünf Wochen gegen seinen Willen gekündigt.

Auch die Kollegen hätten sich über den Todesschützen beschwert und Unterschriften gesammelt, um seine Versetzung zu erreichen. Sie hätten ihn als schwierig und streitsüchtig beschrieben. Das Unternehmen teilte mit, der 35-Jährige habe die psychologische Einstellungsprüfung ohne Probleme bestanden.

Die Wachleute in dem Gebäude, das wegen Bauarbeiten teilweise geschlossen ist, sind unbewaffnet. Bei der Tatwaffe handelt es sich um das Jagdgewehr des 35-Jährigen. Die Hauptpost ist eine der touristischen Attraktionen Madrids. Das imposante Gebäude, Anfang 1900 im neugotischen Stil erbaut, befindet sich gegenüber dem Kybeles-Brunnen und wird derzeit umgebaut, weil dort in den nächsten Monaten die Stadtverwaltung einziehen soll.

(apa)