Drei Kandidaten mit Chance auf Stichwahl: Neben Amtsinhaberin Ex-Minister & Premier

Niinistö Ex-Finanzminister und Ex-Konservativen-Chef Amtierender Premier Vanhanen von Zentrumspartei

Bei den finnischen Präsidentenwahlen haben drei Kandidaten Chancen, die mögliche Stichwahl zwei Wochen später zu erreichen. Beobachter und Politologen rechnen am Ende mit einer zweiten Amtszeit der derzeitigen Präsidentin Tarja Halonen. Die APA bringt im folgenden Kurzporträts der einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten:

TARJA HALONEN: Seit 2000 amtierende Präsidentin; 62 Jahre; Kommt als Sprössling einer Arbeiterfamilie aus dem linken Lager der Sozialdemokraten; War in den 90er Jahren Justiz- und Außenministerin. Hatte während ihrer Präsidentschaft fast durchgehend Rekordwerte in Umfragen. Sie wird auch von der Linkspartei unterstützt. Gibt sich leutselig, ist häufig beim Shopping und beim Joggen anzutreffen und wird dabei meist nur von einem diskreten weiblichen Body-Guard begleitet. Heiratete erst als Präsidentin ihren langjährigen Lebensgefährten, Soziologieprofessor Pentti Arajärvi. Ihre Spitznamen: "Rote Tarja" (wegen Halonens Gesinnung und wegen ihrer Pumuckl-rot gefärbten Haare) und "Muminmamma" (die Finnen vermeinen gewisse physiognomische Ähnlichkeiten mit der Kinderbuchfigur zu erkennen); http://www.tarjahalonen.fi/fi/

SAULI NIINISTÖ: Ehemaliger Finanzminister und Ex-Parteichef der Konservativen Sammlungspartei; 57 Jahre; Gilt eigentlich als neoliberaler Hardliner, positionierte sich selbst in der Wahlkampagne aber überraschend als "Kandidat der Arbeiter". Befürwortet grundsätzlich einen NATO-Beitritt Finnlands. Niinistö ist seit einem Autounfall seiner Frau Witwer, er war danach längere Zeit mit Ex-Miss Finnland, Kulturministerin Tanja Karpela, liiert; im Herbst veröffentlichte er seine politischen Erinnerungen unter dem Titel "Fünf Jahre Einsamkeit"; http://www.niinisto.net/

MATTI VANHANEN: Amtierender Regierungschef; Agrarische Zentrumspartei; 50 Jahre; Gelangte im Sommer 2003 ins Rampenlicht, als seine Vorgängerin im Ministerpräsidentenamt, Anneli Jäätteenmäki, über die so genannte Irak-Gate-Affäre stolperte. Gilt als fleißige, aber eher langweilige Arbeitsbiene. Ist von seiner Frau, einer Finnair-Stewardess, seit vergangenem Jahr geschieden. Pariert mediale Einbrüche in sein Privatleben, etwa die Aufregung um überholte Rassentheorien seines Vaters, professionell und trocken; http://www.mattivanhanen.net/

(apa)