Down Syndrom von

Neuer Test stark umstritten

Vorgeburtlicher Bluttest auf Trisomie 21 soll in Österreich bald auf den Markt kommen

Down Syndrom - Neuer Test stark umstritten © Bild: Thinkstock/Pixland

Ein neuer vorgeburtlicher Bluttest auf das Down-Syndrom aus Deutschland soll auf den Markt kommen. Bisher wurden Ungeborene auf Wunsch der Mutter mit einer Fruchtblasenpunktion getestet. Diese kann jedoch medizinische Probleme bis hin zum Tod des Kindes verursachen. Unabhängig von der Methode ist die Testung des Ungeborenen auf Trisomie 21 höchst umstritten.

Entwickelt wurde der Test vom deutschen Unternehmen LifeCodexx. Durchgeführt kann er ab der zwölften Schwangerschaftswoche werden. Im Gegensatz zur bisher angewandten Fruchtblaseninterpunktion reicht eine Blutprobe der Mutter. Damit werden die nicht unerheblichen Risiken, die die Punktion mit sich bringt, umgangen.

Wer hat Zugang?
Ursprünglich hätte der Test ja schon im Juli auf den Markt kommen sollen. Die Freigabe hatte sich nach Angaben des Unternehmens aber verzögert, da nachträglich Fragen aufkamen, die das Medizinprodukterecht betrafen. Nun gilt noch zu entscheiden, ob jede Schwangere Anspruch darauf hat, den Test durchführen zu lassen, oder ob hierfür erst gewisse Kriterien erfüllt werden müssen. Sprich, ob der Test nur bei Verdacht auf Trisomie 21 angewandt werden soll. Etwa wegen höherem Alter der Mutter.

Mehr Schwangerschaftsabbrüche?
Dazu Peter Husslein, Leiter der Frauenheilkunde am AKH Wien laut "presse.at": "Der Test ist nur brauchbar, wenn man ihn als Screening verwenden darf". Mit anderen Worten: Jede Frau soll ihn anwenden dürfen. So sei es schließlich auch bei der Fruchtblasenpunktion. Husselin sieht den neuen Test als Ergänzung zum "First Trimester Screening", bestehend aus Ultraschall und weiteren Untersuchungen. Mit ihm kann man das Risiko für ein Down-Syndrom bereits gut einschätzen. Dass der neue Test über kurz oder lang zu mehr Schwangerschaftsabbrüchen führt, glaubt er nicht.

"Angriff auf Menschenwürde"
Bernadette Wieser vom Verein Down-Syndrom Österreich steht dem neuen Test kritisch gegenüber: "Nicht alles, was medizinisch möglich ist, ist zum Wohle des Einzelnen. Der Zugang sollte in jedem Fall auf schwangere Frauen begrenzt sein, die mit besonderen psychischen und/oder medizinischen Herausforderungen leben müssen." Und weiter: "Er ist ein Frontalangriff auf die Menschenwürde all jener Persönlichkeiten, die mit der Chromosomenbesonderheit Trisomie 21 leben - geboren ebenso wie ungeboren. Durch den Test empfangen sie die klare Botschaft, dass ein Leben, wie sie es führen, anderen nicht zumutbar sei."

Bald in Österreich
Die Thematik polarisiert. Nichts desto trotz soll der Test bald in Österreich, Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz eingeführt werden. Einen genauen Termin nannte die Firma allerdings nicht. Unklar ist zudem, wer die Kosten tragen wird. Diese belaufen sich auf 1.300 Euro pro Untersuchung.

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