Dominic Heinzl von

Wer will mich?

Vom Heilsbringer zum Quotengift: Im ORF hat er wohl "ausgechilled" - Zukunft völlig offen

Dominic Heinzl - Wer will mich? © Bild: Roland Ferrigato/TV-MEDIA

Die größte Innovation seit Erfindung der Farbbildröhre war es nicht, das erwies sich bald: 2009 mit Erlösergetöse angekündigt, konnte der von ATV abgeworbene Dominic Heinzl die Erwartungen nicht erfüllen. Schlimmer: Das tägliche ORF-Society-Format "Chili" und das Reportagemagazin "Chili backstage" standen exemplarisch für die durchwachsene Programmreform des ORF. Trotz Sparzwang hatte man dem quicken Plaudermeister für 1,3 Millionen Euro ein Studio in der Wiener Argentinierstraße eingerichtet. Drei Millionen jährlich wurden für die Produktion aufgebracht.

Anfang 2010 stach das neue Flaggschiff ins Quotenmeer – und kenterte nach der Hafenausfahrt wie seinerzeit die Galeone "Vasa" nebst Stockholm. Verfolgten zu Beginn noch bescheidene 400.000 Zuseher die ersten "Chili"-Sendungen, so verirren sich mittlerweile maximal depressionsfördernde 174.000 ins Format. Das überverkaufte Produkt erwies sich als Reklamephantom, die Klientel kehrte reumütig zu den bewährten "Seitenblicken" heim. Meist dümpelt "Chili" zwischen 70.000 und 90.000 Zusehern, weshalb ORFler hinter nur lässig vorgehaltener Hand von "Museumsbetrieb" sprechen. Dass mit der Rückkehr von Intendantin Zechner die Weiterführung der Sendung zur Disposition steht, zumal Reichweite und Kosten des Produkts in keinem Verhältnis stehen, wird offen ausgesprochen.

Vertrag läuft aus.
"Es gibt einen Vertrag mit dem ORF, der mit Jahresende ausläuft. Wie es danach weitergeht, ob Ja oder Nein, das werde ich nicht vorab in der Öffentlichkeit diskutieren", erklärt Dominic Heinzl freundlich, aber bestimmt auf NEWS-Anfrage. Ähnlich die Argumentation der ORF-Pressestelle, die kryptisch verlautet: "Der Vertrag von 'Chili' läuft bis Ende 2012. Darüber hinaus arbeiten Dominic Heinzl und sein Team an neuen Formaten." Konkret werke er an einem Infotainment-Format. Darin jedoch sehen Brancheninsider wie Luigi Schober den endgültigen Untergang der "Marke Heinzl". Der Werbeguru zu NEWS: "Stars wie er sind mittlerweile so wohlhabend und gesättigt, dass ihnen schlichtweg der Biss fehlt. Sie produzieren fade TV-Sendungen, die in Wirklichkeit niemanden interessieren."

Die Quote der vorwöchigen Reportage "Heinzl auf Maturareise" bestätigt Schobers Diagnose: Nur 122.000 Zuseher verfolgten die weichgespülte Reportage, die sich wie die Dauerwerbesendung eines Maturareisenveranstalters ausnahm. Harley- sowie Porsche-Liebhaber Heinzl: "Ich bin Profi, und als solcher habe ich gelernt, mit Kritik umzugehen. Ich weiß, dass wir eine gute Sendung machen, weil ich und mein Team jeden Tag mit vollem Einsatz dafür arbeiten."

Kein Sender will Heinzl.
Was also tun? ORF-Kohle abcashen oder wieder kleine Brötchen backen und bei einem anderen Dienstgeber anheuern, wie gerüchtehalber senderauf, senderab kolportiert?

Während Heinzl es vorzieht, das Szene-Gemauschel unkommentiert zu lassen, blocken ATV wie PULS 4 grundsätzlich ab. "Nein, es gibt keine Verhandlungen mit Dominic Heinzl", empört sich ATV-Chef Ludwig Bauer. Auf die Frage, ob für ihn die Rückkehr überhaupt vorstellbar wäre, meint Bauer trocken: "Darüber haben wir uns bis jetzt noch keine Gedanken gemacht." Bei der Pressestelle von PULS 4 hingegen erzeugt die Perspektive, dem "Klatschmessias" ("Falter") einen Stall zu gewähren, Heiterkeit. Programmchef Oliver Svec: "PULS 4 führt keine Gespräche mit Heinzl. Eine Zusammenarbeit ist nicht geplant und wird auch in Zukunft nicht stattfinden." Wertschätzung klingt anders.

Starkiller Senderwechsel.
Weshalb selbst Thomas Gottschalk oder Harald Schmidt an Senderwechseln Schaden nehmen, erklärt Luigi Schober: "Das ist ein DNA-Wechsel." Nur wer die "DNA" des neuen Unternehmens zu verinnerlichen verstehe, könne überleben. Allerdings unter Aufgabe jahrzehntelang aufgebauter Fernseh-Identität. Was wiederum das Publikum nicht toleriere. Schober zur Todesspirale: "Heinzls rotzige Art war nie ORF-tauglich. Seinen Kuschelkurs nimmt ihm aber auch niemand ab. Jetzt ist die Marke kaputt, niemand will ihn haben."

Nur eine ist glücklich: Jeannine Schiller. "Seit Heinzl beim ORF ist und er keine Zuseher mehr hat", erzählt die oft Gescholtene, "seither hab ich endlich meine Ruhe." Dann ist ja alles dafürgestanden.

Was Heinzls Freunde und Feinde zu der Causa zu sagen haben, lesen Sie im NEWS 28/2012!

Kommentare

Welche Society?? ...dass die Sendung den Bach runtergeht, liegt aber nicht nur allein an dem "unscharfen Cilli-Moderator" Heinzl!

In Österreich ist eine sogenannte "Society-Sendung" ja gar nicht möglich, weil es die wirklichen "Vips" nicht vor die Kamera zieht. Das was wir in solchen Sendungen zu Gesicht bekommen, ist ja nur der Abschaum sogenannter Societys.

Wer will schon jeden Tag die gleichen langweiligen "Z-Promis" wie eine Lichter, AndyLeeLang, Schiller, Lugners, Fälbl, Haider, BernyRieder (..was macht der eigentlich?), ... und wie sie alle heißen sehn, wie sie jeder "Kühlschrankeröffnung" beiwohnen, und sich vor der Kamere aalen?

Ich finde es gut, wenn dem ganzen bald ein Ende gesetzt wird. Für mich müsste der ORF nicht bis ENDE 2012 darauf warten!! :)

Moment mal ist das nicht der Dodel der mit seinen 52 Jahren noch immer einen auf Buberl macht ?? War doch eh schon längstens an der Zeit den rauszuhauen....das ist doch eine Witzfigur !!

Zurück zu Ö3!! Er soll zurück zu Ö3, schlechter als der Kratky kann ers auch nicht machen!!!

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Jetzt ist die Marke kaputt Tja Mister Heinzl, auch Sie sind und waren auch nichts anderes als ein Verkaufsprodukt, daß sich erwartungsgemäß nie gerechnet hat, weil weder die Jetzt ist die Marke kaputt, weil weder die Verpackung noch der Inhalt die wichtigsten Verkaufseigenschaften besaß.
Trotz allem kann man hier ja nicht von einem Schaden reden, im Gegenteil.

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Re: Jetzt ist die Marke kaputt (Sorry copyfehler oben!)
Tja Mister Heinzl, auch Sie sind und waren auch nichts anderes als ein Verkaufsprodukt, daß sich erwartungsgemäß nie gerechnet hat, weil weder die Verpackung noch der Inhalt die wichtigsten Verkaufseigenschaften besaß.
Trotz allem kann man hier ja nicht von einem Schaden reden, im Gegenteil

Bitte bitte ... ... schauts dass ihr den Möchtegern-Clown wieder anbringts!
Ganz wurscht wohin, aber weg - bitte!
Den Kasperl mit der Witzfrisur kann man ja weder ansehen noch anhören.
Ich hoffe der ORF nutzt die Gelegenheit und verschenkt den Heinzl irgendwo hin.

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