Die Vierschanzen-Tournee: Innsbruck soll endlich Trendwende im ÖSV-Team bringen!

Achtköpfige zweite Garde verstärkt Pointners Mannen Coach sagt: "Skispringen ist kein Wunschkonzert"

Das Ziel einer Top-3-Platzierung in der Gesamtwertung mussten Österreichs Skispringer schon nach den Deutschland-Bewerben abhaken, nun zählen die beiden Einzelspringen am Mittwoch in Innsbruck und Freitag in Bischofshofen. Und im Hintergrund wohl auch der Wunsch, für die bevorstehenden Skiflug-Weltmeisterschaften vor eigenem Publikum auf dem Kulm Selbstvertrauen zu tanken. Denn die Bewerbe in Bad Mitterndorf beginnen schon eine Woche nach Bischofshofen.

Darum lässt zum Beispiel ein Andreas Widhölzl nach seinem Missgeschick von Garmisch-Partenkirchen den Kopf auch keinesfalls hängen. "Es ist blöd gelaufen, im Nachhinein ist man immer gescheiter. Es hat Zeiten gegeben, in denen ich so deprimiert war, dass ich Heim gefahren bin, aber die sind vorbei", meinte "Swider". Doch nun haben sich bei ihm die Prioritäten verschoben. "Das Skispringen macht mir total viel Spaß, ich gebe 100 Prozent, aber es ist nicht mehr das Wichtigste", spricht der 29-jährige Tiroler u.a. auch seine Familie an.

"Vor fünf, sechs Jahren hab ich mein Leben vom Skispringen abhängig gemacht, jetzt kann ich anders damit umgehen." Darum grübelt er auch nicht über die verpasste Gelegenheit nach. "Die Gesamtwertung ist futsch, aber ich weiß, dass ich formmäßig gut drauf bin, von einer Pechsträhne will ich gar nicht reden."

Morgenstern arbeitet mit Sportpsychologen
Etwas verkrampfter wirkt da wohl auch auf Grund seiner Jugend Thomas Morgenstern. "Ich bin total enttäuscht. Es fehlt nur ganz wenig", weiß der 19-jährige Kärntner. Zuletzt seien ihm sogar noch im Anlauf Gedanken "in den Kopf geschossen", die er vorher nie gehabt hat. Um dem Einhalt zu gebieten, macht er jetzt zusammen mit dem Sportpsychologen Christian Uhl Wettkampf-Imitationen, um sich mental wieder zu beruhigen.

Cheftrainer Alex Pointner ist aber zuversichtlich, dass es nun wieder aufwärts geht mit seinem Team. An der Fitness scheitert es nicht: Konditionstraining und körperliche Tests am Montag haben dies bewiesen. "Guten Leistungen steht eigentlich nichts im Wege, aber Skispringen ist nun einmal kein Wunschkonzert." Auf Grund des Heimvorteils erwartet sich "Pointex" aber bessere Ergebnisse.

Seine acht Mann bekommen auf dem Bergisel und auf der Paul-Außerleitner-Schanze im Pongau Verstärkung aus dem Nachwuchs. Dank des nationalen Kontingents sind insgesamt 16 ÖSV-Leute am Start. Der dafür zuständige Trainer Alexander Diess war zuversichtlich, dass seine Leute gut mit der Weltspitze mithalten können. Auch Routinier Reinhard Schwarzenberger kommt aus dieser Gruppe.

"Der Reini hat zuletzt zwei Kontinentalcup-Springen gewonnen. Ich habe ihn noch nie so gut springen gesehen in den vergangenen Jahren", meint Diess. Youngster aus dieser Truppe ist der Tiroler Arthur Pauli mit 16 Jahren.

(apa)