Die Mekka-Pilgerfahrt ist offiziell beendet:
Über zwei Millionen Gläubige bei Wallfahrt

Beginn des traditionellen Opferfestes Eid al-Adha Saudiarabien: König Abdullah ruft zum Frieden auf

Mit der symbolischen Steinigung des Teufels durch zehntausende moslemische Gläubige ist die jährliche Pilgerfahrt Hadsch in Saudiarabien zu Ende gegangen. Anschließend begann das islamische Opferfest Eid al-Adha.

Die saudiarabische Regierung hat erneut die Sicherheitsvorkehrungen während der Hadsch verschärft. Vor zwei Jahren waren bei einer Massenpanik während der symbolischen Steinigung des Teufels 244 Menschen ums Leben gekommen. Bei dem Ritual werfen Pilger Steine auf drei Säulen, die den Teufel symbolisieren.

An der Hadsch beteiligten sich auch in diesem Jahr wieder mehr als zwei Millionen Moslems aus 178 Staaten. Am Montag waren die Pilger zum Berg Arafat bei Mekka geströmt, um dort zu beten. Die Gebete am Berg Arafat sind nach der Umrundung der Kaaba, einem fensterlosen Gebäude im Innenhof der Großen Moschee von Mekka, der zweite rituelle Höhepunkt der Pilgerfahrt, an der jeder gläubige Moslem nach den Vorschriften des Korans einmal in seinem Leben teilnehmen sollte. Auf dem Berg Arafat hat der Prophet Mohammed der Überlieferung zufolge im Jahr 632 nach Christus drei Monate vor seinem Tod seine letzte Predigt gehalten.

Wegen befürchteter Anschläge oder anderer Zwischenfälle wurden etwa 60.000 Sicherheitskräfte, Sanitäter und anderes Hilfspersonal abgestellt.

Beim Einsturz einer Pilgerherberge in Mekka waren vergangene Woche rund 80 Menschen ums Leben gekommen, davon viele Muslime aus Frankreich. Das neunstöckige Gebäude im belebten Stadtzentrum war nach einem Brand zusammengestürzt. 2004 wurden 250 Pilger auf der Jamarat-Brücke bei einer Massenpanik zu Tode getrampelt. Nach der rituellen Steinigung kehren die Gläubigen nach Mekka zurück, um die Kaaba zu umkreisen. Ihre weißen Gewänder sollen dabei ein Zeichen für die Gleichheit aller Muslime sein.

In Grußworten zum Opferfest riefen König Abdullah und Kronprinz Sultan zum Frieden auf. "Wir bitten Gott, dieses Fest zu einem Fest des Friedens und der Stabilität für die Muslime und die ganze Welt werden zu lassen. Möge er die Muslime in seiner Güte einen und sie zu rechten Taten inspirieren."

Der Großmufti von Saudiarabien, Scheich Abdulaziz al-Sheikh, hatte am Vortag gegen den religiös verbrämten Terror gepredigt. Beim Gebet in der Namira-Moschee neben dem Berg Arafat sagte der höchste religiöse Würdenträger des Königreichs: "Einige Menschen haben die größten Verbrechen begangen gegen den Islam, denn was sie getan haben, hat dazu geführt, dass man den Begriff 'Terrorismus' nun ausschließlich mit dieser Religion in Verbindung bringt." Der Großmufti trug den Gläubigen auf, sie sollten den Islam und "die Fundamente des islamischen Rechts" gegen die Ignoranten und religiösen Fanatiker verteidigen. Die Predigt wurde vom saudiarabischen Fernsehen übertragen. (apa)