Deutschland setzt Seuchenspezialisten der Bundeswehr gegen Vogelgrippe ein

Sanitäter & ABC-Abwehr-Einheiten vor Anforderung? PLUS DURCHKLICKEN: Das ABC zur Vogelgrippe!

Im Kampf gegen die Vogelgrippe hat der deutsche Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" Seuchenspezialisten der Bundeswehr angefordert. Wie das Blatt schrieb, hatte Seehofer Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) telefonisch um Amtshilfe gebeten, da das Land Mecklenburg-Vorpommern die schwierige Lage nicht in den Griff bekomme.

"Für die Bundeswehr steht der Schutz der Bevölkerung an oberster Stelle", sagte Jung der Zeitung. Zusätzlich zu den angeforderten Veterinärmedizinern könnten dem Bericht zufolge auch die Sanitätstruppe der Bundeswehr sowie die ABC-Abwehr-Einheiten helfen.

Der Nordteil der Insel Rügen gilt fast komplett als Vogelgrippe-Zone mit verschärften Schutzmaßnahmen. Dort wurde bisher (Stand Freitagabend) bei 13 toten Vögeln der auch für Menschen gefährliche Virus H5N1 nachgewiesen. Hunderte weitere tote Tiere wurden auf der Insel gefunden. In anderen deutschen Bundesländern wurde die Tierseuche trotz der Suche nach verendeten Vögeln und zahlreicher Tests bis Freitagabend nicht nachgewiesen.

Für Hausgeflügel gilt in ganz Deutschland die Stallpflicht. Bei Verstößen sind nach Angaben des Agrarministeriums bis zu 25.000 Euro Strafe fällig.

Gefährlicher Erreger H5N1 in Indien nachgewiesen
Die Vogelgrippe hat Indien erreicht. Wie die Behörden am Samstag in dem westlichen Bundesstaat Maharashtra mitteilten, ist bei Geflügelproben in einem staatlichen Labor in Bhopal eindeutig der auch für den Menschen gefährliche Erreger H5N1 nachgewiesen worden.

In den vergangenen Tagen seien rund 50.000 Vögel verendet. Der zuständige Minister im Bundesstaat Maharashtra sprach von einer Krisensituation. Es seien Notschlachtungen im Gange. Zudem seien 200 Veterinäre nach Nandurbar, nördlich von Bombai, entsandt worden. In Neu-Delhi wurde nach Medienberichten eine Sondersitzung von Regierungsvertretern einberufen.

Zahl der Toten in Indonesien auf 19 gestiegen
Die Zahl der Vogelgrippe-Toten in Indonesien ist auf 19 gestiegen: Wie das Gesundheitsministerium in Jakarta mitteilte, erlag ein bereits am 10. Februar gestorbener 23-jähriger Mann dem H5N1-Virus. Das hätten Tests in einem Labor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ergeben. Der Mann habe häufigen Kontakt mit Geflügel gehabt.

Landwirtschaftsminister Anton Apriyantono hatte bereits am Mittwoch darauf hingewiesen, dass das H5N1-Virus in Indonesien aggressiver für Menschen werde und die Leute "schneller sterben", wenn sie sich infiziert haben. Die Behörden müssten daher Überwachung und Kontrolle auch in den Gebieten verstärken, aus denen Geflügelzüchter bisher keine Infektionen in ihren Beständen gemeldet hätten.

Gesundheitsminister Siti Fadilah Supari kündigte am Samstag an, die Regierung werde ihren Vorrat an dem Antibiotikum Tamiflu um zehn Millionen Tabletten bis Ende des Jahres erhöhen. In den kommenden zwei Monaten sollten vier Millionen Tabletten erworben werden.

In Hongkong wurde eine an Vogelgrippe verendete Elster gefunden. Wie die Behörden mitteilten, bestätigten Labortests, dass der Vogel den H5N1-Virus hatte. In der Nähe eines Blumenmarktes wurde eine weitere tote Elster gefunden, bei der der Verdacht bestehe, sie könne an dem Virus zum Opfer gefallen sein.
(apa/red)