Deutscher Springer rausgeflogen: Kritik am Trainer kostete Herr seinen Olympia-Platz!

Drakonisch: Auch Ausschluss aus DSV-Team droht

Alexander Herr ist für die Olympischen Winterspiele aus dem deutschen Skisprung-Team ausgeschlossen worden. "Er hat sich innerhalb der eigenen Mannschaft und mit seinen Aussagen über Bundestrainer Peter Rohwein unsportlich verhalten. Wer mit unlauteren Mitteln agiert, hat seine Startberechtigung verloren", begründete Alfons Hörmann, Präsident des deutschen Skiverbandes (DSV), am Samstag die Entscheidung.

Der DSV forderte Herr auf, aus dem Mannschafts-Quartier in Pragelato auszuziehen. Den vom Verband angebotenen Umzug ins Olympische Dorf in Sestriere lehnte der Schwarzwälder ab. "Das zeigt, dass er nicht team-fähig ist und gibt mir zu denken", kritisierte Mannschaftsleiter Detlef Braun.

"Das sieht ein blinder mit Krückstock"
Herr war nach seiner Niederlage in der internen Ausscheidung gegen Martin Schmitt nicht für die Olympia-Entscheidung auf der Großschanze am Samstagabend berücksichtigt worden. Der 27-Jährige hatte dies als "absolute Lachnummer" bezeichnet und die Kompetenz des Bundestrainers in Frage gestellt. "Das sieht ein Blinder mit Krückstock, dass keine fairen Bedingungen herrschten", hatte Herr geschimpft.

Die sportliche Zukunft von Herr hängt nun an einem seidenen Faden. "Wenn er seine Fehler anerkennt, werden wir ihm eine Chance zum Neubeginn geben. Er hat sich beim Trainer und der Mannschaft zu entschuldigen. Sollte er dies nicht tun, würde ich für einen Ausschluss plädieren", erklärte Hörmann.

Bei Verletzung Teambewerb ohne DSV
Wie ernst es dem DSV und seinem Präsidenten Hörmann mit der Maßnahme ist, zeigt auch die Tatsache, dass man im Notfall sogar auf ein Antreten im abschließenden Teambewerb von der Großschanze am Montag verzichten würde. Sollte einer der vier verbliebenen Springer nicht einsatzfähig sein, würde die Mannschaft eben von der Konkurrenz zurück gezogen werden. "Wir würden auf einen möglichen Erfolg verzichten", stellte Hörmann klar.

Die Schärfe der DSV-Reaktion lässt sich nicht nur mit den Aussagens Herrs begründen. Er hatte zuvor im Training auch einen nicht-plombierten, zu großen Anzug verwendet und dank der größeren Oberfläche auch deutlich bessere Weiten als seine Kollegen erzielt. Dies wurde ihm freilich als Unsportlichkeit ausgelegt.

(apa)