Deutsche Unterstützung im Irak-Krieg? US-Medien: BND hat bei Saddam-Suche geholfen

Bagdad: Bomben auf Restaurant nach BND-Infos

Die "Los Angeles Times" hat von einer direkten Beteiligung des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) bei der Verfolgung des früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein berichtet. Danach hatte zwar ein irakischer Informant den Hinweis gegeben, Saddam sei in einem Restaurant im wohlhabenden Bagdader Stadtteil Mansur. Die Bestätigung dafür sei aber "aus ungewöhnlicher Quelle" gekommen, berichtet die Zeitung: vom BND.

Zwei BND-Beamte seien an dem Restaurant vorbeigefahren. Dort hätten sie einen Konvoi mit Autos mit dunklen Fensterscheiben gesehen, wie er vom Präsidenten benutzt worden sei. Der BND habe umgehend den US-Militärgeheimdienst Defense Intelligence Agency (DIA) informiert. Kurz darauf bombardierte die US-Armee das Restaurant. Mindestens zwölf Menschen kamen ums Leben. Saddam war nicht darunter.

BND-Präsident Ernst Uhrlau hatte ausgeschlossen, der BND habe Koordinaten für Bombardierungsziele an die USA gegeben. Allerdings ist unbestritten, dass ungeachtet des klaren Neins der deutschen Bundesregierung zum Irak-Krieg der Nachrichtendienst in Bagdad den US-Truppen zugearbeitet hat.

Alle im Bundestag vertretenen Oppositionsparteien - FDP, Grüne und Linkspartei - erklärten am Donnerstag in Berlin, dass sie am 18. Jänner im Parlament Aufklärung von der Bundesregierung verlangen wollen. Auch ein Untersuchungsausschuss wird wahrscheinlicher. (apa/red)