Designerweine aus Amerika: Die Weinmaschine

Designerweine aus Amerika: Die Weinmaschine

Sie sind fruchtig, dicht in der Farbe, kräftig im Abgang – und werden von Chemikern ganz nach Kundenwunsch zusammengemixt. NEWS lüftet die Geheimnisse hinter dem Kunstwein aus den USA.

Sie gelten als Meister des globalisierten Geschmacks. Coca-Cola, Fastfood, Kaugummi und Schokoriegel haben dank Standardaromen weltweit einen Siegeszug gefeiert. Nun haben die Amerikaner ein neues Ziel im Visier: Sie wollen auch die Weinproduktion uniformieren. Denn ausgefeilte High-Tech-Methoden versetzen die US-Winzer in die glückliche Lage, den Rebensaft unabhängig von Witterung und Ernte Jahr für Jahr geschmacklich immer auf exakt gleichem Level zu den Weinliebhabern zu bringen. Dass die amerikanischen Multiwinzer mithilfe technischer Kunstgriffe versuchen, den Rebensaft auf Topniveau zu trimmen, ist seit Jahren gängige Praxis. In „Good old Europe“ hat man diese Methoden ignoriert und beim Weinbau die Tradition gepflegt, denn so genannte US-Designerweine waren bis vor wenigen Wochen nicht in der EU erhältlich. Und auch die Produktionsprozesse aus Übersee sind EU-weit verboten.

Einfuhrerlaubnis für Designerweine. Doch Anfang des Jahres hat ein neues Zeitalter in der Weinbranche begonnen, in dem vermutlich kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Denn kurz vor Jahreswechsel hat die EU auf Druck der Welthandelsorganisation WTO die getunten Rebensaft-Produktionsmethoden der US-Multiwinzer anerkannt und damit das Einfuhrverbot aufgehoben. Das neue Weinhandelsgesetz akzeptiert nicht nur die aktuellen High-Tech-Methoden, sondern auch solche Prozesse, die erst noch entwickelt werden. Pessimisten befürchten, dass schon bald auch genbehandelte Hefe im US-Wein landen wird. Die Empörung der EU-Winzer ist naturgemäß groß, denn mit diesen Herstellungsmethoden sind die US-Weine um ein Vielfaches billiger als jene der heimischen Weingüter. Topwinzer Toni Bodenstein vom Wachauer Weingut Prager: „Der Druck auf die europäischen Weinproduzenten war enorm. Denn die Amerikaner haben gedroht, dass, sollte der Vertrag nicht zustande kommen, sich jedes Weingut, das in die USA exportiert, zertifizieren lassen muss.“ Ein besonders kostenintensiver Prozess.

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