Der Zauberlehrling schlägt seinen Meister: Brutales Duell zwischen Strache und Haider

NEWS: Wie "HC" sein Anti-EU-Volksbegehren pusht Wer den neuen blauen Frontmann verdrängen will

Der Zauberlehrling schlägt seinen Meister: Brutales Duell zwischen Strache und Haider

Die blauen Pläne: Wie Heinz-Christian Strache sich auch gegen seinen Lehrmeister Jörg Haider in die Wahlschlacht wirft, wie er sein Anti-EU-Volksbegehren pusht und wer ihn in der FPÖ verdrängen will.

"Er hat ja so schöne Augen", schmachtet die junge Frau mit den blauen Haarsträhnen und dem eigenwillig-folkloristischen Outfit den Mann an, der gerade auf die Bühne hüpft. "Endlich wieder einer, der sagt, was wir denken", freut sich ein älterer Mann über die Anti-Ausländer-Parolen, die er gerade vernehmen darf. "Es war wie in alten Zeiten", lobt sich denn auch der Mann mit der schon chronisch heiser-verrauchten Stimme und den eisigen blauen Augen im NEWS-Gespräch. "So viele Leute hatten wir das letzte Mal beim Neujahrstreffen 1999. Wir sind wieder da. Und der andere spielt keine Rolle mehr", ätzt Heinz-Christian Strache, seines Zeichen FPÖ-Chef und ehemaliger politischer Ziehsohn des anderen - Jörg Haider.

"Verräter" Jörg Haider
Tatsächlich: Mehr als 2.500 Menschen waren letzten Sonntag in die Boschhalle nach Wels gepilgert, um den Tiraden des neuen selbst ernannten Volkstribunen gegen Ausländer, gegen die EU und gegen "die da oben" zu lauschen. Ihr ehemaliges Idol Haider ist für sie nur noch ein "Verräter" oder eine "Randnotiz der Geschichte". Mit seinem xenophoben Wahlkampf in Wien konnte Strache die ehemaligen Haider-Hardcore-Fans offensichtlich in sein Lager ziehen. Mit dem blauen Anti-EU-Volksbegehren - "Österreich bleibt frei" - Anfang März will die Strache-FPÖ weitere Wähler ködern und Haider endgültig besiegen. Damit er, der als Zauberlehrling belächelte Zahntechniker, endlich zum Meister über den ehemaligen Gottseibeiuns Österreichs werden kann. Die Chancen von Haiders BZÖ, noch jemals aus dem politischen Koma zu erwachen, sind in der Tat denkbar gering.

während Haider nur mehr um ein Grundmandat in Kärnten kämpft und dafür Verfassungsgerichtshofbescheide in Sachen zweisprachige Ortstafeln in Kärnten ignoriert, um wenigstens noch ultra-deutschnationale Kreise in Kärnten ansprechen zu können, zieht Strache - wie einst Haider in den neunziger Jahren - ab kommender Woche quer durch Österreich, um sein als Zwischenwahlkampf angelegtes Anti-EU-Volksbegehren zu promoten.

Am 1. März veranstaltet die FPÖ wieder ihr traditionelles Aschermittwochtreffen in Ried - dort, wo einst Haider gegen internationale Staatschefs hergezogen war, will nun Strache den Scharfmacher geben.

Ab Mitte März - nach Eintragungsfrist für sein Volksbegehren - wird sich der FPÖ-Chef dann in die Schlacht für die Innsbrucker Gemeinderatswahl Ende April werfen.

Im Mai soll dann der Höhepunkt aus FPÖ-Sicht folgen: ein Parteitag zu Ehren des fünfzigsten Geburtstags der FPÖ samt großen Feierlichkeiten. Und gleich im Anschluss will die FPÖ dann in die heiße Wahlkampfphase für die Nationalratswahl treten, um "ein gutes zweistelliges Ergebnis zu erringen", wie Strache erklärt.

Blaue Troubles
Davor muss Strache allerdings noch seine Liste für die Nationalratswahl zusammenbringen, und da kündigt sich bereits Ungemach an. FPÖ-Volksanwalt Ewald Stadler - mit dem niedlichen Spitznamen "Dobermann" - drängt schließlich wieder ins Parlament. Und der bekannte Scharfmacher, der bei jeder erdenklichen Gelegenheit über Ausländer, Homosexuelle und Freimaurer herzieht, will nicht auf irgendeinen Posten: Stadler will - auch wenn er offiziell dementiert - seinen alten Klubobmannposten zurück.

Im NEWS-Interview kündigt er freilich nur an, dass er in den Nationalrat zurückwolle; FPÖ-Insider berichten allerdings, dass Stadler unbedingt die Nummer eins im Klub spielen wolle. Haken an dem Plan: Dieser Posten ist längst für Strache vorgesehen.

Sollte Stadler den geschäftsführenden Klubobmann bekommen, "würde der erfahrene Parlamentarier Stadler den unerfahrenen Klubchef Strache schnell in die zweite Reihe verweisen", sorgt sich bereits ein FPÖ-Mann. Einen Platz auf der Liste müsse Stadler allerdings erhalten, da er sonst seine Truppen gegen Strache mobil machen würde. Denn ganz so eitel Wonne, wie die FPÖ dem Publikum weismachen will, ist die Stimmung längst nicht. Dass Strache wie einst Haider einen "modernen Lebensstil und Outfits" wählt, am Life Ball und auf Clubbings auftaucht, stört die starken Rechtsaußen in der FPÖ zunehmend.

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