Der Tradition entsprechend: Kanadas Premierminister Paul Martin zurückgetreten

War bei Wahl am 23.1. Stephen Harper unterlegen Neuer Regierungschef wurde bereits vereidigt

Der scheidende kanadische Premierminister Paul Martin ist erwartungsgemäß zurückgetreten. Der Tradition entsprechend reichte er noch vor der Vereidigung seines Nachfolgers bei Kanadas Generalgouverneurin Michaëlle Jean sein Rücktrittsgesuch ein, wie Jeans Büro mitteilte.

Bei der Parlamentswahl am 23. Jänner war Martin mit seiner liberalen Partei der Konservativen Partei von Stephen Harper unterlegen. Der neue Premierminister Harper, der noch im Laufe des Tages vereidigt werden sollte, wird an der Spitze einer Minderheitsregierung stehen, da seine Partei nur 124 der insgesamt 308 Parlamentssitze errungen hatte.

Kanadas neuer Regierungschef Stephen Harper vereidigt
In Kanada ist die neue konservative Regierung mit Ministerpräsident Stephen Harper und Außenminister Peter MacKay vereidigt worden. Der 46-jährige Harper, der am 23. Jänner als Sieger aus der Parlamentswahl hervorgegangen war, legte vor Generalgouverneurin Michaelle Jean seinen Amtseid ab.

Harper steht an der Spitze einer Minderheitsregierung. Durch den überraschenden Parteiübertritt des früheren Industrie-Ministers David Emerson, der im neuen Kabinett als Außenhandelsminister auch für die Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 zuständig ist, erhöhte sich die Zahl der Mandate der Konservativen auf 125 von insgesamt 308 Sitzen.

Der 40-jährige neue Außenminister MacKay ist stellvertretender Parteivorsitzender der Konservativen. Die Liberalen stellen seit dem Austritt Emersons nur noch 102 Abgeordnete, weitere Fraktionen bilden der Bloc Quebecois mit 51 und die sozialistische Neue Demokratie Partei mit 29 Abgeordneten. (apa)