Der "Herminator" blickt schon auf den RTL: Maiers wohl letzte Chance auf dritte Goldene

"Spüre immer wieder, dass noch einiges vor mir liegt" Aamodt mit erster Titelverteidigung seit Tomba

Für Hermann Maier bleibt derzeit bei den Olympischen Winterspielen keine Zeit zum Verschnaufen. Nach Super-G-Silber in Sestriere Borgata und der abendlichen Siegerehrung am Samstag im Olympia-Zentrum Turin steht bereits der Riesentorlauf auf dem Programm - für den Salzburger, Riesentorlauf-Weltmeister 2005 in Bormio, wohl die letzte Chance seiner Karriere auf die dritte Olympische Goldmedaille.

Maier wäre bei den Winterspielen 2010 in Vancouver 37 Jahre alt, doch definitiv ausschließen will der Flachauer eine dritte Olympiateilnahme nach 1998 und 2006 nicht. "Für mich gibt es derzeit keinen Grund über so etwas nachzudenken. Denn ich merke und spüre einfach immer wieder, dass noch einiges vor mir liegt", meinte Maier, der Olympia 2002 auf Grund seines schweren Motorradunfalls verpasst hatte.

Die Silberne im Super G verschafft Maier laut eigenen Angaben einen psychologischen Vorteil für den Riesentorlauf: "Immerhin habe ich jetzt schon etwas auf dem Nachtkästchen liegen, das gibt mir für den Riesentorlauf ein besseres Gefühl." Warum es in Abfahrt (Platz sechs) und Super G (Silber) nicht ganz für Gold gereicht hat? "In der Abfahrt war es gesundheitlich bedingt, im Super G waren die Verhältnisse nicht ideal. Es ist in beiden Bewerben nicht ganz rund gelaufen. Mal schauen, was am Montag geht."

Super-G-Sieger Kjetil Andre Aamodt hat nach dem Diebstahl seiner 19 davor gewonnen Medaillen nun endlich wieder eine Original-Goldene zu Hause. "Aber eine Medaille ist ohnehin nur ein Stück, was zählt, sind die Erinnerungen", erläuterte der Jungvater von Tochter Carmen, der trotz Knieblessur mit seiner vierten Olympia-Goldenen die dreifachen Olympiasieger Toni Sailer, Jean-Claude Killy und Alberto Tomba übertroffen hat.

Apropos Tomba: Der Italiener hatte als bis Samstag letzter Skifahrer seinen Olympiatitel erfolgreich verteidigt. Tomba war dieses Kunststück 1988 und 1992 im Riesentorlauf gelungen. "Ich habe sehr großen Respekt vor diesen Leuten", betonte Aamodt, dem am Samstag im Zielraum Sailer persönlich gratuliert hatte.

(apa/red)