Das Vertrauen der Verbraucher schwindet: Pessimismus der Österreicher verstärkt sich

Amerikaner sind wesentlich zuversichtlicher als wir Alpenrepublik unter Top Ten-Pessimisten auf Platz 7

Die Stimmung der Österreicher in Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes hat sich weiter verschlechtert, während die Konsumenten in Nordamerika wieder größeres Vertrauen gefasst haben. Das geht aus einer aktuellen globalen Studie von ACNielsen zum Thema Verbrauchervertrauen hervor. In der weltweiten Top Ten-Liste der pessimistischsten Länder rangiert Österreich hinsichtlich negativer Wirtschaftsaussichten für die nächsten zwölf Monate sogar an siebenter Stelle unter den 42 untersuchten Ländern.

Im globalen Schnitt hat sich die Stimmung verbessert. Den größten Optimismus demonstrieren die Konsumenten in Nordamerika, gefolgt von Asien-Pazifik und Lateinamerika, während Europa das Schlusslicht bildet. Dies deutet laut Marktforschern darauf hin, dass die politischen und wirtschaftlichen Probleme nach Ansicht der Verbraucher noch nicht überstanden sind. Weltweit am optimistischsten sind Indien, Neuseeland und Norwegen, wenig zuversichtlich sind die Konsumenten in Frankreich, Japan, Korea und Portugal.

"In der Rangliste der vertrauensstärksten Nationen der 'alten Welt' wurde der bisherige Spitzenreiter Irland von Norwegen und Dänemark abgelöst, wo die Hoffnungen auf bessere Berufsaussichten in den letzten Monaten enorm gestiegen sind", erklärte ACNielsen Österreich-Geschäftsführer Martin Prantl. Auf Platz vier liegt Polen, vor Spanien, Belgien und Großbritannien.

Noch tristere Aussichten in Portugal
Österreich bleibt deutlich unter dem europäischen Schnitt und auch unter dem Wert von Mai 2005, als der Consumer Confidence Index erstmals erhoben worden ist. Noch trister sind die Aussichten im europäischen Vergleich nur in Portugal und Frankreich. Das Verbrauchervertrauen in Deutschland rangiert ebenfalls im unteren Drittel. Allerdings sehen die Konsumenten in Europa Licht am Ende des Tunnels. "Das Verbrauchervertrauen hat in der Hälfte der 20 untersuchten Länder zugenommen", so Prantl.

Grund für Österreichs schlechtes Abschneiden ist vor allem das sinkende Vertrauen in die künftige Arbeitsplatzsituation. Während die Faktoren persönliche Finanzen und Kaufneigung stabil blieben, wurden die Berufsaussichten wesentlich pessimistischer eingeschätzt, geht aus der Umfrage von ACNielsen hervor.

Finanzielle Situation leicht verbessert
"Die Verbraucher in Österreich beurteilen ihre persönlichen Chancen am Arbeitsmarkt deutlich negativer als noch im Mai, was insgesamt die Verschlechterung des Vertrauensindex nach sich zieht. Befragt nach ihrer finanziellen Situation zeigt sich aber eine leichte Verbesserung, was sich aber leider noch nicht in einer höheren Bereitschaft, Anschaffungen zu tätigen, niederschlägt", erläuterte ACNielsen Österreich-Geschäftsführer Martin Prantl.

In Finnland, Spanien, Belgien, den Niederlanden und Schweden ist das Vertrauen in die berufliche Zukunft zwar erheblich gestiegen. Dennoch finden sich die drei Letztgenannten ebenso wie Deutschland, Frankreich und Österreich nach wie vor in den internationalen Top Ten der pessimistischsten Länder hinsichtlich der Arbeitsmarktsituation.

Berufsaussichten werden schlecht gesehen
Rund 47 Prozent der Befragten weltweit beurteilen ihre Berufsaussichten mit "schlecht" bzw. "nicht so gut", in Europa sind es 52 Prozent und in Österreich 67 Prozent. Im Mai 2005 lag dieser Wert hierzulande noch bei 44 Prozent. Lediglich ein Prozent schätzt die Perspektiven am heimischen Arbeitsmarkt als "exzellent" ein, 31 Prozent urteilen mit "gut".

Eine Entspannung des Arbeitsmarktes und eine Verbesserung der persönlichen Finanzlage ist laut den Angaben in den USA und in Kanada festzustellen: 68 Prozent der Befragten halten die Berufsaussichten für die kommenden 12 Monate für gut oder sogar exzellent (Vorjahr: 54 Prozent). Außerdem ist in Nordamerika die Kaufneigung gestiegen. Zuversicht herrscht auch in Lateinamerika: 50 bis 70 Prozent der Verbraucher in den vier untersuchten Ländern erwarten bei Berufsaussichten und finanzieller Situation Verbesserungen.

Optimisten im Asien-Pazifik-Raum
Im Raum Asien-Pazifik ist die Stimmung weiterhin von den positiven wirtschaftlichen Entwicklungen geprägt, heißt es in der Studie. In Indien hat sich der Anteil der Verbraucher, die nicht nur mit guten, sondern sogar mit exzellenten Berufsaussichten rechnen, zwischen Mai und November auf 34 Prozent verdoppelt.

Für die globale Online-Studie, die zwei Mal pro Jahr durchgeführt wird, hat das Marktforschungsunternehmen im November vergangenen Jahres 23.500 Verbraucher aus 42 Ländern in Europa, Nord- und Lateinamerika, Asien-Pazifik, Afrika (Südafrika) und Naher Osten (VAE) befragt. (apa)