Das Mozartjahr 2006: Das neue Wiener Mozarthaus öffnete jetzt seine Pforten!

Der Umbau des Figarohauses kostete 8 Mio. Euro! Ausstellung, Cafe, Veranstaltungsräume im Angebot!

Unter regem Medieninteresse ist das zum "Mozarthaus Vienna" umgebaute Figarohaus in Wien der Öffentlichkeit präsentiert worden. Das Gebäude in der Domgasse 5, in dem Wolfgang Amadeus Mozart von 1784 bis 1787 logierte, wurde um 8 Mio. Euro renoviert und zu einem "Erlebniszentrum" umgebaut. Morgen, Freitag, anlässlich des 250. Geburtstages des Komponisten, wird es offiziell eröffnet.

"Mozart ist jetzt tatsächlich ein Wiener geworden, auch wenn er eigentlich ein Salzburger gewesen ist", gab sich Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S) bei der Präsentation lokalpatriotisch. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) sprach von einer "ganz großen Bereicherung des Wiener Kulturlebens" und verwies darauf, dass das Haus - außer der Wohnung selbst - bis zum Renovierungsbeginn vor 14 Monaten ein "Schandfleck" gewesen sei.

"Bei dem Zustand dieses Hauses wären wir das Gespött der Welt gewesen", erklärte auch Mozartjahr-Intendant Peter Marboe. Wichtig sei, dass das Haus mit der einzigen erhaltenen Mozart-Wohnung Wiens nicht zum Museum, sondern zu einem "Mozart-Erlebniszentrum" gemacht worden sei, das über das Jahr 2006 hinaus ausstrahlen werde. Einer der ersten, der sich dies nicht entgehen lassen wollte, war am Donnerstag Bundespräsident Heinz Fischer.

Für die Besucher beginnt der Rundgang im dritten Stock des Gebäudes, wo die Lebensumstände "Wolferls" in Wien präsentiert werden. Der zweite Stock beschäftigt sich mit dem Opernkomponisten Mozart, und in der Mozart-Wohnung im ersten Stock, dem Kern der Präsentation, liegt der Fokus auf jenen zweieinhalb Jahren, in denen er diese vier Zimmer, zwei Kabinette und eine Küche nutzte.

Im Erdgeschoß befindet sich der Empfangsbereich, ein Cafe und der Museumsshop. Im Kellergeschoß wurde außerdem ein mit EU-Geldern finanzierter Veranstaltungsbereich untergebracht. Insgesamt wurden 1.400 Quadratmeter saniert bzw. neu adaptiert, 1.000 davon als Ausstellungsbereich. Zuständig für das Haus ist die Mozarthaus Vienna Errichtungs- und Betriebs GmbH, an der die Wien Holding (51 Prozent), die Raiffeisen-Gruppe (25 Prozent) und das Wien Museum (24 Prozent) beteiligt sind.

Peter Püspök von der Raiffeisen-Landesbank Niederösterreich-Wien versuchte, die Eröffnung für Eigenwerbung zu nutzen. "Wenn Mozart damals Raiffeisen als Finanzberater gehabt hätte, wäre er wahrscheinlich als reicher Mann gestorben", erklärte er, was Wien Museum-Chef Wolfgang Kos nicht gelten ließ: "Herr Generaldirektor, ich glaube, Mozart hätte die falschen Fonds gekauft."

(apa)