Dänen sollen 'sofort' Indonesien verlassen: Bürger wegen Karikaturen in Lebensgefahr

Hinweise: Dänen & dänische Einrichtungen gefährdet Dänemarks Botschafter verlassen Syrien und Iran

Dänemark hat seine Staatsbürger in Indonesien aufgefordert, das Land aus Sicherheitsgründen "so schnell wie möglich" zu verlassen. Es lägen glaubhafte Informationen vor, wonach Dänen und dänische Einrichtungen in dem südostasiatischen Land in Gefahr seien, teilte das Außenministerium in Kopenhagen am Samstag mit. Es gebe Hinweise, dass eine extremistische Gruppe "aus Protest gegen die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen aktiv nach Dänen suchen" werde.

Die Drohung beziehe sich vor allem auf die Insel Java im Osten von Indonesien, aber es sei zu befürchten, dass auch weitere Regionen betroffen sein könnten, wie beispielsweise die Ferieninsel Bali, hieß es weiter. Zuvor hatte Dänemark schon seine Botschafter nicht nur aus Indonesien, sondern auch aus dem Iran und Syrien abgezogen. Gegen die Botschafter in Teheran und Jakarta seien Drohungen erhoben worden, teilte das Außenministerium mit. Der neue Aufenthaltsort der Botschafter und des zusammen mit ihnen abgezogenen Personals werde nicht mitgeteilt, sagte ein Sprecher.

Dänemarks Botschafter verlassen Syrien, Indonesien und Iran
Nachdem der dänische Botschafter in Damaskus aus Sicherheitsgründen die syrische Hauptstadt vorübergehend verlassen hat, sind nun auch die Botschafter Dänemarks aus dem Iran und aus Indonesien abgezogen worden. Die Botschaften in allen drei Ländern waren bei den teils gewaltsamen Protesten gegen die zuerst in der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" publizierten Mohammed-Karikaturen angegriffen worden.

Eine Sprecherin in Kopenhagen sagte, das Außenministerium habe sich aus Sorge um die Sicherheit seiner Mitarbeiter für diesen Schritt entschieden. Gegen die Botschafter in Teheran und Jakarta seien "konkrete Drohungen" erhoben worden, hieß es weiter. Der neue Aufenthaltsort der Botschafter und des zusammen mit ihnen abgezogenen Personals werde nicht mitgeteilt. Allen noch in Syrien, Iran und Indonesien verbliebenen Dänen wurde zudem zur Ausreise geraten.

Den Angaben zufolge vertritt nun die finnische Botschaft die konsularischen Interessen Dänemarks im Iran, in Jakarta die niederländische Botschaft und in Syrien die deutsche. Auf diese Weise werden die diplomatischen Beziehungen formell aufrechterhalten.

In Syrien hatte die dänische Regierung zuvor Protest bei den Behörden wegen unzureichender Sicherheitsmaßnahmen für die zuletzt in einem Hotel arbeitenden Diplomaten eingereicht. Der Schutz wurde als "inakzeptabel" bezeichnet. Das Botschaftsgebäude wurde bei einer Attacke vor wenigen Tagen von Demonstranten niedergebrannt. Vor dem provisorisch als Botschaft dienenden Hotel in Damaskus sei die Zahl der Wachleute deutlich verringert worden, hieß es.

Norwegischer Botschafter entschuldigt sich
Der norwegische Botschafter in Saudiarabien hat sich für die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in einer Zeitung seines Landes entschuldigt. Der Diplomat Jan Bugge-Mahrt sagte nach einem Treffen mit dem Vorsitzenden des Shura-Rats, die norwegische Regierung und die Bürger verurteilten die beleidigenden Zeichnungen. Meinungsfreiheit dürfe nicht zur Verletzung des Glaubens und der Würde anderer führen.

Eine kleine christliche Zeitung in Norwegen hatte am 10. Jänner als erste die Mohammed-Karikaturen aus der dänischen "Jyllands-Posten" nachgedruckt. Danach waren auch norwegische Einrichtungen Ziel von Übergriffen aufgebrachter Muslime geworden. Der Chefredakteur des Blatts hat sich am Freitag entschuldigt.
(apa)