Cyber-Attacke "Flame" von

Die "Flamme" ist gelöscht

Iranischer Minister Jawadi verkündet erfolgreiche Bekämpfung. Urheber Israel?

Cyber-Attacke "Flame" - Die "Flamme" ist gelöscht © Bild: APA/DPA/Berg

"Der Computervirus Flame ist erfolgreich bekämpft." Mit dieser Meldung wandte sich der iranische Minister für Kommunikation und Informationstechnologie, Ali Hakim Jawadi, an die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Seine Experten, so der Minister weiter, hätten einen Antivirus programmiert.

"Wir fürchten uns nicht, denn unser Antivirus kann Schadsoftware erkennen und effizient entfernen". Die Sabotageabwehr der Streitkräfte des Iran meldeten indes, dass der Virus vorübergehend Rechner der staatlichen Ölindustrie befallen hätte. Dabei handle es sich um den einzigen Befund.

IT-Experten waren auf den Virus gestoßen, der in erster Linie der professionellen Spionage dient. Wer den Virus erfunden hat, blieb zunächst unklar. Der Iran beschuldigt Israel, dafür verantwortlich zu sein. Schon zwei Jahren wurde Irans Atomprogramm erstmals vom Computervirus "Stuxnet" befallen. Den Computerexperten der iranischen Regierung gelang es jedoch nach kurzer Zeit, das Virus unschädlich zu machen.

Politische Ziele?
Möglicherweise ist das Ziel weniger technologisch als politisch: Der Iran sieht jedenfalls eine "enge Beziehung" zwischen "Flame" und "Stuxnet", hinter dem der Iran einen Sabotageversuch Israels sah. Tatsächlich hat Israel ein großes Interesse, die Atompläne des Iran zu durchkreuzen.

Israels Vizepremier, der frühere Militärchef Moshe Yaalon, heizte am Dienstag die Gerüchteküche an, Israel könnte auch hinter der jüngsten Attacke stehen. Gefragt, ob der neue Virus vom selben Land programmiert worden sein könnte wie "Stuxnet", meinte Yaalon, "offensichtlich". "Wenn jemand die iranische Bedrohung als echte Gefahr sieht, ist anzunehmen, dass er verschiedene Schritte unternehmen wird, um den Iran zu treffen, auch mittels Computerviren."