Cuche Schnellster im 1. Wengen-Training:
Schweizer landet vor Jerman und Defago

Klaus Kröll fährt die viertschnellste Zeit heraus Streitberger Sechster, Walchhofer wird Siebenter

Cuche Schnellster im 1. Wengen-Training:
Schweizer landet vor Jerman und Defago © Bild: Reuters/Blake

Didier Cuche hat im ersten Training für den Abfahrts-Klassiker in Wengen Bestzeit markiert. Der Schweizer Lokalmatador, der auf dem Lauberhorn noch nie gewonnen hat, verwies auf der längsten Abfahrt des Weltcups mit einer Zeit von 2:32,19 Minuten den Slowenen Andrej Jerman (+0,22 Sekunden), seinen Schweizer Kollegen Didier Defago (0,23) und den Steirer Klaus Kröll (0,72) auf die Plätze zwei bis vier.

Die Reaktionen auf den aufgrund von Sicherheitsmaßnahmen umgestalteten Schlussteil waren größtenteils positiv. Lediglich Hermann Maier, der beim ersten Abtasten nach einer Schrecksekunde 4,01 Sekunden verlor und 32. wurde, merkte an: "Ich finde, man hätte die Passage nicht verändern sollen, denn es liegt in der Eigenverantwortung jedes Läufers, ob er bremst oder nicht."

Cuche holt sich Seltbstvertrauen
"Ich war nahe an der Ideallinie dran und habe mir viel Vertrauen fürs Rennen geholt", meinte der Trainingsschnellste Cuche, der sich jedoch bezüglich seines Premierensieges in Wengen nicht unter Zugzwang bringen lässt. "Ich muss nicht gewinnen, aber es wäre natürlich super."

Bester Österreicher war Kröll, der Zweite im Abfahrts-Weltcup. "Das war ein Trainingslauf, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Ich habe mir die Kraft gut eingeteilt und noch einige Reserven", so Kröll, der schätzt, dass er beim Rennen auf der 4,48 km langen Strecke im Ziel einen Maximalpuls von bis zu 210 erreicht.

Abfahrts-Weltcup-Leader Michael Walchhofer war im oberen Teil gut unterwegs, musste jedoch bei der Linkskurve vor dem Hundsschopf quer stellen, verlor insgesamt 1,45 Sekunden und wurde direkt hinter dem zweitbesten ÖSV-Läufer Georg Streitberger, der allerdings einen Torfehler beging, und vor Titelverteidiger Bode Miller (USA) Siebenter. "Hoffentlich hat mir dieser Fehler mindestens eine Sekunde gekostet, dann ist alles in Ordnung", meinte Walchhofer.

"Eine vernünftige Geschichte"
Der Weltmeister 2003 reagierte auf die Verbreiterung vom Ziel-S und das Abtragen des Zielsprungs wie die meisten anderen Läufer positiv. "Technisch bedeutet das für die Abfahrt keine große Änderung. Und punkto Sicherheit ist das eine vernünftige Geschichte", glaubt Walchhofer angesichts der Passage, in der 1991 sein Landsmann Gernot Reinstadler ums Leben gekommen ist. "Nur wer auf über die Ziellinie stürzende Läufer steht, wird etwas vermissen."

Maier erlebte eine Schrecksekunde, der Salzburger rutschte nämlich im Bereich Minschkante auf einer Eisplatte weg, konnte aber gerade noch korrigieren. Vor allem für Maiers permanente Rückenbeschwerden war dieser Zwischenfall keinesfalls förderlich. "Dementsprechend zurückhaltend bin ich gefahren, für mich war es nur ein erstes Kennenlernen", berichtete der 36-Jährige.

Ergebnisse vom ersten Abfahrtraining:
1. Didier Cuche (SUI) 2:32,19 Minuten
2. Andrej Jerman (SLO) + 0,22 Sekunden
3. Didier Defago (SUI) 0,23
4. Klaus Kröll (AUT) 0,72
5. Manuel Osborne-Paradis (CAN) 1,14
6. Georg Streitberger (AUT) 1,32
7. Michael Walchhofer (AUT) 1,45
8. Bode Miller (USA) 1,46
9. Ambrosi Hoffmann (SUI) 1,48
10. Peter Fill (ITA) 1,51
11. Christoph Gruber (AUT) 1,73.
Weiter:
14. Aksel Lund Svindal (NOR) 1,82
26. Romed Baumann (AUT) 3,41
32. Hermann Maier (AUT) 4,01
42. Benjamin Raich (AUT) 4,90
46. Christoph Alster (AUT) 5,31
48. Joachim Puchner (AUT) 5,72
49. Peter Struger (AUT) 5,82
50. Thomas Graggaber (AUT) 5,96

(apa/red)