Costa Concordia von

Costa-Unglück bringt Geld

Immer mehr Ausflügler fahren nach Giglio, um havarierte Costa Concordia zu begaffen

  • Bild 1 von 15 © Bild: Getty Images

    Bewohner des Toskana-Touristenziels Giglio befürchten, dass die havarierte Costa eine billige Touristenattraktion wird.

Zehn Euro kostet die makabre Bootstour zum Wrack der gekenterten Costa Concordia für Urlauber im Hafen von Porto Santo Stefano. In dem Ferienort in der Toskana stehen die Touristen Schlange - alle wollen ein Foto an dem Ort machen, an dem 30 Menschen in Folge eines Aufpralls des Schiffes mit einem Felsen starben.

39,8 Prozent waren bei unserer Umfrage der Meinung, dass sich die Leute von dem Unglück nicht abschrecken lassen, in Zukunft Kreuzfahrten zu unternehmen. Und 50,1 Prozent erwarteten einen Buchungsrückgang und einen kurz darauf folgenden Anstieg der Buchungen.

Ergebnis der Umfrage:

Was für Kreuzfahrten im allgemeinen gilt, kann man auch auf den Ort des Unglücks namens Giglio anwenden. Sieben Monate nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" mit 30 Toten - zwei Personen werden weiterhin vermisst - kämpfte die kleine Insel im toskanischen Archipel um einen Neubeginn und kann sich nun über eine positive Sommersaison erfreuen.

Hotels sind ausgebucht
"Nach einem schwierigen Saisonstart infolge des Concordia-Unglücks, der Rezession in Italien und schwieriger Wetterbedingungen, hat sich die Lage in diesem August normalisiert", berichtete der Bürgermeister der Insel, Sergio Ortelli. "Die Hotels und Ferienwohnungen sind ausgebucht, was auch der exzellenten Wasserqualität zu verdanken ist. Nach dem Concordia-Unglück sind die Gewässer rund um die Insel die meist kontrollierten in ganz Italien. Nicht nur das Wasser, auch die Fische werden analysiert, es gibt keine Probleme infolge der Havarie", so Ortelli.

Zwar liegt das 300 Meter lange Wrack nahezu unverändert vor der Insel, doch die Arbeiten für das Abschleppen des Schiffs haben begonnen und mit dem heißen August strömen die Touristen wieder auf die Insel, viele davon aus dem Ausland.

Das Unglück der "Costa Concordia" hat Giglio auf der ganzen Welt bekanntgemacht. Die Bewohner hoffen nun, dass die Tragödie so bald wie möglich vergessen ist und das normale Leben wieder beginnt. Die Preise für die Ferienwohnungen auf der Insel sind nach dem Unglück nicht gesunken. Die Nachfrage hat trotz des Unglücks dennoch nicht nachgelassen.

13 Hotels mit insgesamt 600 Betten, Hunderte Ferienwohnungen und sieben Immobiliengesellschaften befinden sich auf der Insel, die im Juli und August bis zu 10.000 Personen pro Tag beherbergt. Der Tourismus generierte 2011 einen Umsatz von 50 Millionen Euro. 90 Prozent der lokalen Wirtschaft ist auf Fremdenverkehr zurückzuführen. 240.000 Touristen hatten im vergangenen Jahr die 21 Quadratkilometer große Insel 18 Kilometer besucht.

Bewohner: Costa soll keine billige Attraktion werden
Den Bewohnern ist es wichtig, dass die Insel wegen des Wracks nicht zur billigen Touristenattraktion degradiert wird. Zwar kommen immer noch Leute, um das Schiff zu fotografieren, es handelt sich jedoch mehr um Tagesausflügler, nicht um Touristen, die auf der Insel übernachten.

Die Region Toskana hatte sich in den vergangenen Monaten stark um Unterstützung für die Insel bemüht. Die Tourismusbeauftragte der Region, Cristina Scaletti, hatte Touristen in Italien und im Ausland wiederholt aufgerufen, Giglio trotz des havarierten Schiffs zu besuchen. Dies sei eine Geste der Solidarität gegenüber der Insel und ihren Bewohnern, die sich sehr für die Überlebenden der Katastrophe engagiert hatten.

Kommentare

Reisen