Zu einer Umweltkatastrophe dürfte es durch das verunglückte Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" nicht kommen: Das Abpumpen des Treibstoffes aus dem Wrack vor der toskanischen Insel Giglio läuft derzeit jedenfalls auf Hochtouren. Bereits 500.000 Liter Öl konnten die Einsatzkräfte der niederländischen Gesellschaft Smit Salvage abpumpen, die mit der Leerung der Tanks im Wrack beauftragt wurden.
Sie arbeiten an der Leerung der sechs Behälter, die sich im Vorderteil des Kreuzfahrtschiffs befinden und zwei Drittel des Öls enthalten, berichteten italienische Medien. Die Einsatzkräfte wollen das günstige Wetter nutzen, um so rasch wie möglich die Arbeit abzuschließen. Das Abpumpen wird voraussichtlich insgesamt 28 Tage in Anspruch nehmen. Das Schiff sei stabil und bewege sich lediglich um etwa zwei Millimeter die Stunde, hieß es.
Entschädigungsfrist verlängert
Unterdessen ist die Frist für die Einreichung der Entschädigungsforderungen verlängert worden. Sie hätte ursprünglich am Dienstag auslaufen sollen und ist bis nun bis 31. März ausgedehnt worden. Das geht aus einem Abkommen zwischen den Konsumentenschutzverbänden und der italienischen Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, Betreiber des verunglückten Schiffes, hervor. "Wir wollen den Passagieren mehr Zeit geben, um in Ruhe das Entschädigungsangebot zu prüfen", teilte Costa Crociere mit. Costa Crociere hat 11.000 Euro pauschalen Schadensersatz pro Person geboten.
Genügsame Österreicher
Während 39 US-Passagiere in den USA eine Schadenersatzklage über 460 Millionen Dollar (347 Mio. Euro) eingebracht haben, sind die Österreicher, die mit der "Costa Concordia" Schiffbruch erlitten, offenbar zurückhaltend. Sie würden sich auch mit den angebotenen 11.000 Euro zufrieden geben.
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) vertritt rund 40 der 77 Österreicher, die sich an Bord des Kreuzfahrtschiffs befanden. "Wir haben ihnen geraten, dieses Angebot bei einem durchschnittlichen Schadensverlauf anzunehmen", sagte Peter Kolba, Leiter des Bereichs Recht im VKI. Für Personen, die einen größeren materiellen Schaden erlitten haben oder besonders dramatische Erlebnisse durchmachen mussten, hatte sich der VKI bereiterklärt, darüber hinausgehende Ansprüche durchzusetzen. "Diesbezüglich hat sich niemand an uns gewandt. Ich schließe daraus, dass die Menschen mit dem Angebot zufrieden sind", sagte Kolba.