Der Film "My Week With Marilyn" basiert auf einem Buch und dieses wiederum auf einer wahren Geschichte. NEWS.AT hat sich die Filmvorlage genauer angesehen.
Colin Clark war am Londoner Set von "Der Prinz und das Showgirl" dritter Regieassistent. Genauer gesagt also ein Laufbursche, der am Set von niemandem wirklich beachtet wurde. Durch eine Verkettung von mehreren Umständen fiel er allerdings Marilyn Monroe auf, die in dem Film die Hauptrolle spielte. Der zu dieser Zeit "größte Filmstar der Welt" befand sich während der Dreharbeiten in einer emotional sehr schwierigen und instabilen Phase. Zu viele Tabletten, Menschen, die Marilyn nicht gut taten und die sie für ihre eigenen Interessen missbrauchten, und eine angeknackste Psyche - sprich, nicht unbedingt ein Zustand, in dem man sich am Filmset beliebt macht. Die zerbrechliche und labile Marilyn befand sich in einem Teufelskreis, aus dem sie dringend ausbrechen wollte, aber alleine irgendwie nicht konnte.
Der Filmstar und sein Fluchthelfer
Und so wurde Colin für eine Woche zu einem Art Fluchthelfer für die große Monroe. Gegen den Widerstand von Regisseur, Manager & Co. verbrachten die beiden Zeit miteinander, redeten über Marilyns Leben, ihre Ängste und ihre Fehler. Danach sahen sich die beiden nie wieder. In "Meine Woche mit Marilyn" schrieb Clark im Anschluss seine Erlebnisse dieser Tage nieder. Veröffentlicht hat Clark sein Buch erst, nachdem Marilyn gestorben war. "Wäre Marilyn noch am Leben, hätte ich diesen Bericht niemals so schreiben können. Möge er nun meine bescheidene Referenz an einen Menschen sein, der mein Leben verändert hat - und dessen Leben ich gerne gerettet hätte, wäre ich dazu in der Lage gewesen", so Clark.
NEWS.AT-Fazit
"Meine Woche mit Marilyn" liest sich leicht, amüsant und äußerst flott -allerdings stellenweise auch einen Tick unglaubwürdig. Unser Eindruck war jedenfalls, dass Colin Clark seine Rolle in dem "Bericht", wie er es nennt, doch etwas verschönt hat. Clark stellt sich als Jüngling dar, der sich trotz Marilyns Interesse nicht wichtig nahm und sogar Sex mit dem Filmstar ausschlug - alles zum Wohl der Monroe. So mancher Dialog liest sich außerdem, als hätte Clark einfach niedergeschrieben, was er gerne zu der Filmdiva gesagt hätte, aber wahrscheinlich gar nicht hat. So lieferte er zum Beispiel des nächtens in Marilyns Bett ganz spontan eine pointierte Analyse von Marilyns Psyche und Vergangenheit ab. Recht unwahrscheinlich, dass dies tatsächlich so passiert ist. Aber gut - wir waren nicht dabei und wollen auch gar nicht über die Intentionen des Autors urteilen. Ob nun zu 100 Prozent oder nur zu 80 Prozent der Wahrheit entsprechend - "Meine Woche mit Marilyn" ist eine gelungene Momentaufnahme. Als Leser hat man das Gefühl, durch Marilyns Schlüsselloch zu blicken und einen Eindruck von dem Menschen hinter der sexy Filmstar-Fassade zu erhaschen. Allein deshalb schon ist das Buch für jene lesenswert, die für solch nostalgische Rück- und Einblicke einen Faible haben. Wer sich genau dies erwartet und keine facettenreiche, ausufernde Story mit vielen Drehs, Wendungen und Überraschungen, wird an "Meine Woche mit Marilyn" durchaus seine Freude haben.
Weiterführende Infos
Colin Clark: "Meine Woche mit Marilyn"
SchirmerMosel Verlag
224 Seiten, 18,30 Euro
ISBN: 978-3-8296-0599-1
Kommentare
Marilyn und Michelle Das Leben von Marilyn Monroe ist wirklich sehr traurig, wurde aber in Hollywood sehr oft thematisiert. Michelle Williams Schauspielerei mag ich auch nicht so besonders, da sie, egal welche Rolle sie spielt, immer die gleiche Körperhaltung und Mimik hat. Was auch immer, irgendwann schaue ich mir diesen Film auf Sky an. Ins Kino muss ich deshalb nicht zu gehen.
Re: Marilyn und Michelle Also ich hab den Film noch nicht gesehen und würde gerne wissen wie der ist. Immerhin war Michelle Williams für diesen Film auch für den Oscar nominiert! Aber in einem Punkt muss ich dir zustimmen, Nadya. Es gibt nichts über einen chilligen, relaxten Abend zu Hause, an dem man einen guten neuen Film sieht, den\'s schon im Pay-Tv spielt, während Free-Tv-Besitzer schmollen und hoffnungslos darauf warten, dass der Film endlich ausgestrahlt wird. *böses Lachen*
