Chemieunfall, Fischsterben in Tschechien: Die Elbe wurde mit Blausäure verseucht!

Vermutlich Unternehmen in Kolin verantwortlich

Giftige Abwässer aus Tschechien werden nach Einschätzung der sächsischen Behörden am Mittwoch den deutschen Bereich der Elbe erreichen. Aus einem Industriebetrieb des Nachbarlandes war über das Abwasser Zyanid in die Elbe gelaufen und hatte zwischen Kolin und Nymburk ein Fischsterben ausgelöst. Das sächsische Umweltministerium schloss am Dienstag eine Gefahr für Mensch und Tier aus. "Nach der Prognose rechnen wir nicht mit Risiken", sagte Umweltminister Stanislaw Tillich. Bei dem Gift handelt es sich um Zyanide (Salze der Blausäure). Im Wasser gelöst sind sie hochgiftig.

Nach bisherigen Berechnungen wird das verseuchte Wasser schon verdünnt sein, wenn es am Mittwochvormittag Dresden passiert. Am deutsch-tschechischen Grenzübergang Schöna wird eine Konzentration von 0,09 Milligramm pro Liter erwartet, was unter dem Grenzwert für Abwasser (0,2) liegt. Der Wert für Trinkwasser (0,05) wird überschritten. Die Fischereibehörde erließ ein Angelverbot für die Elbe in Sachsen.

Nach Angaben der Behörden war das Fischsterben im tschechischen Abschnitt der Elbe am vorigen Donnerstag registriert worden, doch sei Sachsen erst am Montag informiert worden. Die Unfallursache ist unklar. Tschechische Behörden verdächtigen ein Chemieunternehmen in Kolin.

(apa)